Kirche Lößnitz - Affalter informiert: Aktuelle Infos 20 Jahre Einheit - Konzert
20 Jahre Einheit - Konzert Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sören Wittstock   
Samstag, den 06. November 2010 um 19:21 Uhr

Zwei Jahrzehnte gemeinsam

Konzert in der St. Johanniskirche in Lößnitz

Der in der Geschichte der Welt beispiellosen, gewaltfreien Wiedervereinigung eines geteilten Landes gedachten am Samstag Abend etwa 200 Besucher des Gedenkkonzertes in Lößnitz.

Blick von der Orbelempore

In der St. Johanniskirche kamen die Solisten Gertrud Günther (Sopran) und Matthias Weichert (Bass und Sprecher), ein Projektchor mit Sängern aus Lößnitz, Schneeberg und Schwarzenberg sowie die Dresdner Sinfonietta e.V. zusammen. Unter der Leitung der drei hauptamtlichen Kirchenmusiker des Kirchenbezirkes Aue, Kantor Alexander Ploß (Schneeberg), Kirchenmusikdirektor Christoph Zimmermann (Schwarzenberg) und Kantor Jens Staude (Lößnitz) musizierten sie gemeinsam "Von den Mühen der Heimkehr".

Johann Sebastian Bach - um  1715

Zu Beginn sprachen Pfarrerin Bartels, Landrat Vogel und Superintendent Uhlig Grußworte und betonten noch einmal die Wichtigkeit des historischen Ereignisses.

Kantate

Am Anfang des Konzertes ertönte die Bach-Kantate "Nach Dir Herr verlanget mich" unter der Leitung von Kantor Alexander Ploß. 

"Nach dir, Herr, verlanget mich" ist eine der frühesten Bach-Kantaten, die erhalten ist. Sie ist von Johann Sebastian Bach vermutlich in seinen letzten Jahren in Arnstadt, wo er bis 1707 tätig war, oder in seiner Anfangszeit in Weimar (ab 1708) komponiert worden. Der Verfasser des Textes ist nicht überliefert.

Die aus sieben Teilen bestehende Kantate kommt gänzlich ohne Rezitative und da-capo-Wiederholungen aus. Es wechseln sich Arien und Chöre ab.

Reinhören:

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Musikalisches Opfer

Drei Jahre vor seinem Tod schrieb Bach eine Reihe kontrapunktischer Sätze. Alle beruhen auf einem Thema des preußischen Königs Friedrich II. In den Berichten der damaligen Zeit findet sich in einem Kommentar, daß "nicht nur Se. Majest. Dero allergnädigstes Wohlgefallen darüber zu bezeigen beliebten, sondern auch die sämtlichen Anwesenden in Verwunderung gesetzt wurden."

Es erklangen die Ricercare a3 und a6 unter der Leitung von KMD Christoph Zimmermann.

Kammeroratorium

"Von den Mühen der Heimkehr" wird von Matthias Drude als Kammeroratorium für Sprecher, Mezzosopran, Bariton, Chor und 12 Instrumentalisten bezeichnet. Der Text wurde von Dietrich Mendt nach dem Buch Esra verfasst. Israel kehrt aus der Fremde in die alte Heimat zurück. Nach 40 Jahren vereinigt sich ein Volk. Doch sind die Daheimgebliebenen und die wieder Heimgekehrten wirklich noch ein Volk? Diese 2.500 Jahre alte Überlieferung enthält viele Parallelen zur Deutschen Geschichte. Die Einheit "in den Köpfen" war auch damals dominierendes Thema. Wie kann eine Gemeinsamkeit geschaffen werden? In der Geschichte Israels schuf Gott selbst diese Versöhnung, indem er sich an den Balken schlagen ließ. "Es ist vollbracht. Nun kann Friede werden." Darauf endet der Streit, der Feind wird zum Freund, aber auf Erden ist dieser Friede noch nicht vollkommen.

Matthias Drude, der Komponist, war selbst während der Generalprobe und der Aufführung zugegen. "Es war gut, nicht perfekt, aber gut." fasste er die Aufführung zusammen. Die Stimmungen der im Text erwähnten Protagonisten, ihre Verzweiflung, ihre Ängste werden in schnell wechselnden Rhythmen und in Dissonanzen gezielt unterstrichen. So ergibt es sich an manchen Stellen, daß drei der vier Chorstimmen einen klaren Dur-Akkord singen und die vierte Stimme diese Eintracht mit einer Dissonanz förmlich zerreißt. Dieses Werk verlangte den Künstlern sehr viel ab, doch es hat sich gelohnt. Von allen Seiten kam Lob für die gelungene Aufführung.

Bilder von den Proben und der Aufführung:

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Vonnöten ist, dass wandle unser Denken der Heilige Geist. Damit wir nicht jetzt sind, was wir waren, sondern beginnen, andere zu sein.
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