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Geschrieben von: Sören Wittstock   
Dienstag, den 01. Februar 2011 um 16:32 Uhr

Neue Glocken soll man hören

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Schallläden auf dem Prüfstand

Lößnitz bekommt neue Läuteglocken, soviel ist ja schon klar. Aber kann man die Glocken auch wirklich weit hören? Großen Einfluss auf die Beantwortung dieser Frage haben die Schallläden der Glockenstube.

Begutachtung der Schallladenmechanik - Herr Barth (li) und Herr Schubert in der Glockenstube

Die Schallläden haben eine wichtige Funktion. Sie sollen den Schall der Glocken hinauslassen, aber dafür sorgen, daß das Wetter nicht hereinkommt.

Natürlich kann man um beide Aufgaben zu erfüllen auch Kompromisse eingehen. Ein bißchen offener für den Schall, dafür schneit es dann im Winter auch ein bißchen mehr rein. Wenn draußen aber richtiger Sturm ist, muss man oben bei den neuen Glocken auch Schnee schippen. Vergisst man das mal ist auch schnell alles nass.

Ob man einen Kompromiss zwischen offen und dicht wirklich eingehen muss, oder auch beides haben kann, dazu ist Thomas Schubert,  Leiter des beauftragten Ingenieurbüros, am 1. Februar einmal mehr auf den Turm gestiegen.

Jede Glockenstube ist anders und Lösungen für eine Automatisierung der Schallläden liegen nicht einfach im Baumarkt. Deshalb war auch Stefan Barth dabei. Er leitet ein Konstruktionsbüro, daß sich im Sondermaschinenbau um die Lösung der kniffeligsten Probleme anderer kümmert. Automatisierungen gehören für ihn sozusagen zum Tagesgeschäft.

Zusammen besprachen sie, wie man die Mechanik automatisieren kann, welche Art Antriebe man braucht und wie viele. Wenn die Schallläden einmal lange offen sind kann sich auch Eis bilden. Das müssen die Antriebe aushalten. Ist das Eis abgetaut müssen sie aber auch von selbst wieder funktionieren, es soll schließlich nicht jedesmal jemand auf den Turm hoch um nachzuschauen. Ein weiterer Aspekt ist die Sicherheit. An den Schallläden darf man sich nicht die Finger quetschen können, die Anlage muss das merken und abschalten.

Jetzt müssen die Ingenieure erstmal rechnen und vergleichen. Wie stark müssen die Antriebe sein? Wie werden sie an den historischen Schallläden angebracht? Wie langlebig sind sie bei Eis und Sommerhitze? Wieviel Steuerung muss sein? Und was wird das alles kosten?

Wir können also gespannt sein, wie unsere Schalläden einmal aussehen werden.

Bilder von der Begehung:

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