Glaubensleben - Denkanstöße für ein Leben mit Jesus, aus Lößnitz in die Welt.
nur guten Mut
Geschrieben von: Gastautor
Mittwoch, den 01. September 2010 um 00:00 Uhr
Gottes Gabe
Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes. (Prediger 3,13)
Etwas schlicht kommt er daher – der Monatsspruch für den September aus dem Buch des Prediger Salomos. Und die erste Assoziation ist der schwer arbeitende Landmann, der nach den Mühen des Tages seine einfache Mahlzeit dankbar genießt. Doch diese romantische Verklärung wird dem Vers nicht gerecht.
Denn mangelnder Mut, fehlende Zuversicht, wenn Probleme und Mühen auftreten, ist ein weitverbreitetes Phänomen. Statt dem „Es ist noch immer gut gegangen“ ist eher das „Es kann noch schlimmer kommen“ zur vorherrschenden Devise geworden. Woran liegt das?
Adobe Flash Player nicht installiert oder älter als 9.0.115!
Werte als Wegmarken der Gesellschaft
Der Wert der Werte wird erst erkannt, wenn wir von der Flut einer Werte vergessenen Zeit hinweggespült wurden. Dieser Eindruck drängt sich mir immer mehr auf. Werte werden nicht als Fundament, auf dem wir leben, sondern als Einschränkung der Freiheit wahrgenommen. Fairness als Beschränkung des persönlichen Erfolgs, Menschlichkeit als Einschränkung der Lebensentfaltung, Mitleid als Spaßbremse und Demut als Grenze für das eigene Ego. Dass Werte für ein funktionierendes Zusammenleben unerlässlich sind, verliert an Bedeutung, da das Zusammenleben immer stärker in den Fokus des persönlichen Vorteils rückt.
Adobe Flash Player nicht installiert oder älter als 9.0.115!
Der Alltag wird zum Abenteuer
Mit dem Zug zum Abendessen nach Paris, mit dem Billigflieger zum Shoppen nach Mailand oder im Internet mit wer-weiß-wem wer-weiß-wo chatten – alles kein Problem! Den Globus bereisen mit leichtem Handgepäck. Die Welt ist ein Dorf!
Alles Augenwischerei. Mag die Welt ein Dorf geworden sein; unser Dorf, sprich die Umgebung, in der wir leben, wird vielen dagegen immer fremder. Weltbürger möchten wir sein, oder doch zumindest Europäer, dabei wäre uns allen schon viel geholfen, wenn es wieder mehr bessere Nachbarn gäbe (natürlich gibt es die – Gott sei es gedankt – noch, doch seien wir ehrlich, auch im ländlichen Bereich werden sie seltener, von Städten ganz zu schweigen).
Adobe Flash Player nicht installiert oder älter als 9.0.115!
Wie, wann, wo und warum überhaupt?
Wer betet, hat eine Heimat jenseits jeden Zuhauses. Manchen mag dieser Satz zu poetisch sein, vielleicht auch nichtssagend, seine Ernsthaftigkeit und Wahrheit wird erlebbar im Vollzug, im Beten selbst. Doch kann er helfen, die in der Überschrift gestellten Fragen zu beantworten.
Wenn Beten Heimat ist, muss ich mir über das Wie keine großen Gedanken machen: Zu Hause darf es auch etwas legerer sein. Natürlich hat das Gebet als Gespräch mit Gott eine Würde, die es zu respektieren gilt; ich sollte mich konzentrieren, nicht nebenbei noch Fernsehen gucken, doch gibt es keine vorgeschriebene Haltung, Kleidung oder Ähnliches. Oder wie es Meister Eckhart erkannte: „Der Mensch, der Gott beim Stallmisten nicht hat, hat ihn auch nicht beim Chorgebet.“
Adobe Flash Player nicht installiert oder älter als 9.0.115!
Jesus Christus spricht: Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über keinen. (Johannes 8,15)
Jesus hat recht. Ich urteile, wie Menschen urteilen. Leider tue ich das und bemerke es sogar. Alle meine Maßstäbe sind menschlich. Und so bewerte ich auch andere.
Selbst wenn meine Maßstäbe vielleicht gelegentlich barmherziger sein sollten als die anderer – sie sind immer noch sehr menschlich. Darum ist es für mich beinahe unfassbar, dass Jesus sagt: Ich urteile über keinen. Geht denn das überhaupt?
Adobe Flash Player nicht installiert oder älter als 9.0.115!
Glaube, Gemeinde - was bringt das?
Natürlich, ich bin in den christlichen Glauben hineingewachsen. Am Anfang meines Glaubenslebens stehen bewusste Entscheidungen anderer: vorneweg meiner Eltern, aber auch anderer Menschen, die mich im Glauben geprägt haben. Als Jugendlicher und erst recht als Erwachsener habe ich mir aber selbst Rechenschaft darüber geben müssen, warum ich glaube und warum ich ohne diesen Glauben nicht leben möchte; ich denke, nicht leben kann.
Der christliche Mehrwert: das, was mein Leben reicher, erfüllter, lebenswerter macht, als es ohne den Glauben wäre. Ein ganzes Bündel von Motiven könnte ich jetzt nennen, ich möchte es auf vier begrenzen: