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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 12. August 2009 um 00:00 Uhr

Segen

Segen

Der Herr segne und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
(4. Buch Mose 6,24-26)

Auch wenn uns der Aaronitische Segen aus dem Gottesdienst bekannt ist, ist es interessant, einen Blick auf Entstehung und Wirkungsgeschichte zu werfen. Laut dem 4. Buch Mose hat Gott Mose diesen Segen offenbart, der dann Aaron, dem Erzvater des künftigen Priestergeschlechts, und seinen Söhnen den Auftrag gegeben hat, die Israeliten mit diesen Worten zu segnen. Das Neue Testament kennt ihn nicht, auch im Mittelalter findet er außer bei Franz von Assisi keine Verwendung; erst Martin Luther hat ihn 1525 in den evangelischen Gottesdienst eingeführt; Calvin und Zwingli folgten ihm darin.

Was ist nun der Segen Gottes? Jeremias Gotthelf hat dazu beim ersten Hören vielleicht wenig hilfreich, doch beim zweiten Nachdenken Hilfreiches gesagt: „Es ist der Segen Gottes mehr kann man nicht sagen, so wie Licht Licht ist und Geist Geist und Gott Gott ist. Aber wo er weilt, macht er aus wenigem vieles und segnet an Leib und Seele.“ Im Segen spricht uns Gott seine Gegenwart zu und wenn wir einander segnen, dann wünschen wir einander die Gegenwart Gottes. Mehr kann man sich und dem anderen nicht wünschen, als die Erfahrung dieser Gegenwart, denn sie wandelt das Leben zum Guten (das deutsche „segnen“ kommt vom lateinischen „bene dicere“ = gut sprechen, jemand etwas Gutes sagen). Und deshalb hatte auch Gertrud von Le Fort recht, als sie sagte: „Die Kirche ist am mächtigsten, wenn sie segnet und verzeiht im Segen und Verzeihen kommt sie Gott am nächsten.“

Der Segen ist also etwas sehr Wertvolles. Wie passend, dass der Aaronitische Segen sich auch auf der ältesten bekannten, 1979 entdeckten, Bibelschrift befindet: auf zwei kleinen Schriftrollen aus fast reinem Silber aus dem 7. Jahrhundert.

Der Segen: ein Schatz.

 

Quelle Bild: KNA-Bild


 

„Wer war der erste Mann?“, will die Religionslehrerin wissen. „Adam“, ruft Melanie.
„Prima, und wer war die erste Frau?“ – „Seine Mutter natürlich!“

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