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| Weit, weit weg |
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| Geschrieben von: Gastautor | |||
| Mittwoch, den 19. August 2009 um 00:00 Uhr | |||
Das Weite suchen – die Weite suchen
In den Wochen der Ferien- und Urlaubszeit konnte man vielerorts eine interessante Beobachtung machen: die Kirchen sind nicht nur außerhalb der Gottesdienstzeiten, sondern auch zu den Gottesdiensten gerade an den Urlaubsorten überraschend gut besucht. Ein Grund ist sicherlich, dass Menschen im Urlaub – und erst recht auf einem Kreuzfahrtschiff – mehr Zeit haben, doch kann es alleine daran nicht liegen, dass Menschen Kirchen und Kapellen, Gottesdienste und Andachten aufsuchen. Die moderne Freizeitindustrie bietet heutzutage an fast jedem Ort ein so überreiches Programm, dass Langeweile nicht aufkommen kann. Ich glaube vielmehr, dass es einen anderen Grund gibt: Wenn Menschen im Urlaub den Alltag hinter sich lassen, sozusagen „das Weite suchen“, dann gibt es nicht wenigen, welche die Weite suchen; die auch innerlich aus den Begrenztheiten des Lebens ausbrechen möchten. Die einen Ort suchen, an dem sie unabhängig von körperlichen, intellektuellen oder finanziellen Leistungsvermögen als Mensch anerkannt sind. Gerade in einer freien Zeit spüren die Menschen die Sehnsucht nach etwas, das sie in der säkularen Welt nicht mehr finden und Kirchen sind Orte, „in denen der Glaube daran wachsen kann, dass das, was ,draußen’ ist, nicht alles ist; Räume, die geschaffen sind, allein um Gott zu gehören, und die die Fülle eines Lebens repräsentieren, das man sonst nirgends finden kann“ (Vera Krause). Urlaubszeit, Ferien können – wenn man diese Wochen nicht mit Aktivitäten „voll packt“ – zu einer Zeit werden, in denen längst verschüttete Fragen, kaum mehr bekannte Zweifel wach werden und mit Macht an die Oberfläche drängen. Und zu diesen Fragen kann auch die Gottesfrage, die Frage nach dem Glauben gehören. Der Theologe Heinz Zahrnt äußerte sich einmal so: „Den heutigen Menschen schreckt die Abwesenheit Gottes; er verlangt nach Vergewisserung; er fragt darum nach dem gegenwärtigen Gott.“ Schade ist, wenn solcherart Suchende und Fragende dann auf verschlossene Türen treffen, wenn sie für ihre Fragen und Zweifel keine Ansprechpartner finden. Wie wichtig sie sind, zeigt das oben genannte Beispiel des Kreuzfahrt-Seelsorgers. Noch besser ist es natürlich, wenn unsere Kirchen auch für die „Fernstehenden“ so einladend sind, dass sie mit ihren Fragen und Zweifeln schon im Alltag kommen und nicht erst das Weite suchen, um die Weite zu finden. Quelle Bild: Kai Körner
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