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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 26. August 2009 um 00:00 Uhr

Vorfahrt für Kinder!

Haben Kinder in Lößnitz Vorfahrt?

Gerade in den Tagen des Schulanfangs werden Autofahrer/-innen zu erhöhter Vorsicht im Straßenverkehr aufgefordert. Aus gutem Grund. Der Straßenverkehr stellt eine der größten Gefahrenquellen für Kinder und Jugendliche dar. Doch die Vorfahrt für Kinder darf nicht darauf beschränkt bleiben. Sie muss alle Lebensbereiche umfassen: zum Beispiel die Erziehung in der Familie und die Schule.

Was Vorfahrt für Kinder bedeutet, können zwei Zitate von Ekkehard von Braunmühl verdeutlichen, die der Kindheit ihren eigenen Wert zuerkennen und nicht auf die Vorstufe zum Erwachsensein reduzieren: „Kinder wollen nicht auf das Leben vorbereitet werden, sie wollen leben.“ Oder noch deutlicher: „Viele Eltern quälen Kinder aus einer Liebe heraus, die das Morgen meint. Aber die in die Zukunft gesendete Liebe kann von Kindern nicht empfangen werden.“

Wer der Meinung ist, solche Ansichten wären realitätsfern, sollte sich fragen, wie es heute um unsere Kinder und Jugendlichen bestellt ist? Steigender Alkoholkonsum und Tablettenmissbrauch, zunehmende Gewalt – auch gegen sich selbst, sind nur zwei Stichworte. Natürlich sind davon bei weitem nicht alle betroffen, vielleicht nur eine Minderheit, doch kann das nicht als Ausrede gelten, nicht nach den Gründen zu fragen.

Und es ist ein spannendes Unterfangen, die Sätze Braunmühls einmal zum Maßstab für unsere Gemeinden zu nehmen. Haben Kinder Vorfahrt im Gemeindealltag und im Gottesdienst? Fest steht, dass die Kirche die Jugend kaum noch erreicht. Die neuen Zahlen der „Sinusstudie U27 – Wie ticken Jugendliche?“ zeigen auf, dass gerade mal noch 25 % der Jugendlichen für die Kirche erreichbar sind. Haben Kinder und Jugendliche in der Kirche Vorfahrt, wenn ein Großteil von ihnen, Kirche und Gemeinde als rückständig empfinden?

Was wir so verlieren, mag ein letztes Zitat verdeutlichen. Es stammt von Dante Aligheri aus dem 13. Jahrhundert:

„Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder.“

 


 
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(Martin Luther)
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