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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 07. Oktober 2009 um 00:00 Uhr

Ein anderes Herz

Ein Herz

Ich schenke ihnen ein anderes Herz und schenke ihnen einen neuen Geist. Ich nehme das Herz von Stein aus ihrer Brust und gebe ihnen ein Herz von Fleisch. (Ezechiel 11,19)

In all ihrer Bildlichkeit und Direktheit bleiben mir die Worte des Propheten Ezechiel zunächst fremd. Das Wort „Herz“ ist „verbraucht“ – kein Liebeslied, in dem es nicht bemüht wird, kein Mutter- oder Valentinstag ohne Herzen aus Blumen oder Pralinen. Doch dem Propheten war diese Herzromantik vor über 2.500 Jahren sicherlich noch fremd, ihm ging es um die Mitte des Menschen, um seinen Kern. Es ging um das Wesentliche, denn seinem Volk im Exil fehlte für Romantik sicherlich der Sinn. Und auch uns sollte es beim Bedenken des Monatsspruchs um das Wesentliche gehen.

Da ist zunächst der zweite Teil des Verses 19, den der Monatsspruch nicht mehr beinhaltet. Dort heißt es: „…, damit sie nach meinen Gesetzen leben und auf meine Rechtsvorschriften achten und sie erfüllen.“ Da ist nun wirklich jede Herzschmerz-Romantik vergessen. Es geht um Gebote, Gesetze. Die haben nach unserem Verständnis nun rein gar nichts mit der Liebe zu tun, die doch ein Gefühl ist.

Was aber der Zusammenhang von Gesetz und Herz konkret bedeuten kann, beleuchtet in diesem Monat der Predigttext zum 20. Sonntag nach Trinitatis, in dem Jesus über die Ehescheidung spricht und die Hartherzigkeit des Menschen als Grund dafür nennt, dass Ehen zerbrechen können. Liebe ist eben mehr als ein Gefühl, sie ist auch Arbeit, damit sie Frucht bringen kann.

Und damit sind wir bei unserem Symbolfoto:
Ein Blick darauf macht den Unterschied zwischen einem Herzen aus Stein und einem Herzen aus Fleisch deutlich. Ein Herz aus Fleisch kann Frucht bringen. Und die schönste Frucht des Herzens ist die Liebe. Und damit schließt sich wieder der Kreis. Mag die Liebe auch bis zum Überdruss besungen sein, sie ist unverzichtbar, sie macht das Leben erst schön und lebenswert. Ohne die Liebe werden unsere Beziehungen zerbrechen.

Woher die Liebe kommt? Können wir sie machen? Nein. Der Monatsspruch gibt darauf eine deutliche Antwort: Gott schenkt sie uns. Unsere Aufgabe ist es, dieses Geschenk anzunehmen und behutsam damit umzugehen, damit es Frucht bringen kann.

Quelle Bild: SADEO - fotolia.com


 
Ich schlafe im Namen des Herrn und weiß, dass auch mein Schlaf Gott wohlgefällt.
(Martin Luther)
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