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Geschrieben von: Gastautor   
Sonntag, den 29. November 2009 um 00:00 Uhr

Ein frohes neues Jahr - 1. Advent

Advent - in Lößnitz beginnt ein neues Jahr!Ein frohes neues Jahr! Wer am ersten Advent jemandem auf der Straße oder zu Hause ein frohes neues Jahr wünscht, der wird Kopfschütteln und Verwirrung, vielleicht sogar Schmunzeln ernten.

Und doch feiern wir am ersten Advent den Beginn eines neuen Jahres, eines neuen Kirchenjahres. Was hat es damit auf sich?, werden sich sicherlich viele fragen.

Auf den Advent bereiten uns die Kaufhäuser und Supermärkte seit Monaten und auch die sogenannten Weihnachtsmärkte schon seit Wochen vor. Aber ein neues Kirchenjahr? Ist das die Zeitrechnung derer, die „hinter dem Mond leben“, die nicht wissen, was die Uhr geschlagen hat? Ja, die Formulierung gefällt mir, sie trifft den Kern der Sache. Denn im Kirchenjahr ticken die Uhren anders – aber nicht die der Ewiggestrigen, sondern die der „Zukünftigen“, die noch etwas anderes erwarten als den ewigen Trott des Alltags. Und deshalb feiern wir Advent, zünden Lichter in der Dunkelheit an – doch auch aus dem Grund, um das immer gleiche Einerlei von Arbeiten und Konsumieren zu durchbrechen, still zu werden, den Kopf und das Herz freizubekommen – und uns beschenken zu lassen von Gott, dem es egal ist, was und wie wir arbeiten können oder eben auch nicht und wie viel wir konsumieren.

Der Schriftsteller Jochen Klepper hat das Kirchenjahr einmal eine der größten Erfindungen der Menschheit genannt – und ich meine, zu Recht. Warum? Macht es die Menschen glücklicher, zufriedener, gesünder, friedlicher oder reicher? Ich glaube, ja. Denn das Kirchenjahr öffnet uns für das Heilshandeln Gottes, im Kirchenjahr gibt Gott den Takt vor und wir dürfen uns „seinem Atemrhythmus“ anvertrauen. Das ist nicht einfach, denn der „Takt der Menschen“ ist mächtig – und sehr alt. Doch wenn wir uns dem Takt Gottes anvertrauen, dann ist das wie ein Licht entzünden, jeden Tag eines mehr in der Dunkelheit dieser Welt.

 


 
Ob es besser wird, wenn es anders wird, weiß ich nicht. Dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll, ist gewiss.
(Georg Christoph Lichtenberg)
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