Kirche Lößnitz - Affalter informiert: Aktuelle Infos Glaubensleben Das Vaterunser I
Das Vaterunser I Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gastautor   
Sonntag, den 21. Februar 2010 um 00:00 Uhr

Das Vaterunser - das Gebet des Herrn - Teil I

Vater unser im Himmel
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Jesus lehrt seine Jünger. - Gemälde von Carl Bloch (1834–1890)

„Herr, lehre uns beten.“ Die Bitte des Jüngers (Lukas 11,1) spiegelt die moderne Unsicherheit wider: Wer ist Gott? Wie steht er zu mir? Wie kann ich in Kontakt mit ihm kommen? Jesu Reaktion darauf ist keine theologische Erläuterung, sondern das Vaterunser: „Vater unser im Himmel …“.

„Abba – lieber Vater“: dies ist eine kindliche Anrede voller Vertrauen, frei von Enttäuschungen. Ein Vertrauen, wie es Vincent van Gogh in seinem Gemälde „Die ersten Schritte“ ins Bild gesetzt hat: das kleine Kind wagt die ersten, noch unsicheren Schritte in die weit geöffneten Arme des Vaters. Gott möchte, dass wir ihn menschlich anreden, in kindlichem Glauben. Das ist der erste Aspekt.

Hinzu kommt, dass der Vater auch derjenige ist, an dem sich der Heranwachsende reibt, gegen den die zu gewinnende Freiheit zu verteidigen ist. Die Opposition des Heranwachsenden gegen den Vater ist etwas völlig Natürliches und das gilt auch für den Weg des Menschen vom Kinderglauben zum Erwachsenenglauben. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn erzählt, dass Gott die Opposition zulässt, ohne dass der Mensch aus seiner Liebe fällt. Entscheidend ist, dass Gott auf dem Weg vom kindlichen zum erwachsenden Glauben nicht aufhört, Vater zu sein. Seine Arme bleiben weit geöffnet und er möchte nichts anderes als unser Vertrauen. „Vater“ bleibt der Name, bei dem wir Gott beim Wort nehmen dürfen.

Doch der Vater-Begriff ist in die Krise geraten. Kinder erleben Väter abwesend, zu beschäftigt oder gar gewalttätig. Deshalb beten wir auch: „Vater unser im Himmel“. Menschlich dürfen wir Gott begegnen und zugleich übersteigt er alle menschliche Begrenztheit, die Fehlerhaftigkeit menschlicher Väter. Irdischer Verlassenheit setzt Gott die Geborgenheit bei ihm gegenüber. Wir „verlorenen Menschen“ dürfen immer wieder heimkehren. Und zuletzt gilt auch das, was Paul Roth geschrieben hat: „Es gibt keinen Namen für dich, der alles sagt, für alle Zeit, für jeden. Weil nicht alles gesagt werden kann, weil jede Zeit und jeder Mensch dich und deinen Namen neu finden muss.“

 

Das Vaterunser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde Dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


 
„Mama, wir haben heute drei Stunden Englisch gehabt.“ – „Tröste dich, die Engländer haben das den ganzen Tag.“
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