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| Das Vaterunser III |
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| Geschrieben von: Gastautor | |||
| Sonntag, den 07. März 2010 um 00:00 Uhr | |||
Das Vaterunser - das Gebet des Herrn - Teil III. Dein Reich komme
Dabei lehrt uns die Erfahrung der Geschichte, skeptisch zu sein gegenüber irdischen Reichen, doch das Reich Gottes ist eben nicht das Paradies auf Erden, das manche Herrscher den Menschen versprochen haben und immer wieder versprechen. Wer jetzt jedoch im Umkehrschluss meint, die Bitte um das Kommen des Reiches Gottes wäre eine Vertröstung auf das Jenseits irrt ebenso, heißt es doch beim Evangelisten Markus: „Erfüllt ist die Zeit und herangekommen ist das Reich Gottes; kehrt um und glaubt an die Frohe Botschaft“ (Markus 1,14) Das Reich Gottes hat schon mitten unter uns, im Hier und Jetzt begonnen, ist gegenwärtig und wirksam. Wer um das Kommen des Reiches Gottes bittet, blickt in die Zukunft und bittet zugleich um eine erfüllte und sinnvolle Gegenwart. Denn es ist ja die Hoffnung auf die Zukunft, auf das Reich Gottes, die uns Kraft gibt, die Gegenwart in Gottes Sinne zu gestalten. Denn die Bitte um das Reich Gottes ist eben nicht die Aufforderung, die Hände in den Schoß zu legen und Gott alles zu überlassen, sondern meine Verantwortung für Welt und Menschen zu übernehmen. Eine Kirche, die um das Kommen des Reiches Gottes betet, muss wissen, dass sie – wie Jürgen Moltmann sagt – „nicht die Schleppe hinterher, sondern die Fackel voranzutragen hat“. Doch die Bitte um das Kommen des Reiches Gottes setzt auch allen menschlichen Machbarkeitsfantasien Grenzen. So wenig wir die Hände in den Schoß legen dürfen, so wenig dürfen wir dem Wahn verfallen, das Reich Gottes machen zu können. Es ist Gott, der die Welt und die Menschen vollenden wird. Darauf zu vertrauen, braucht angesichts der Welt Geduld und Gelassenheit. Beides dürfen wir haben. Denn das Reich Gottes kommt unter dem Zeichen des Senfkorns. Erst verschwindend klein, wird es zu einem großen Baum. Darauf dürfen wir hoffen – eine Hoffnung, die Leben hilft.
Das Vaterunser
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