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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 17. März 2010 um 00:00 Uhr

Wasser

Wassertropfen am GrashalmWir kennen auch die lebensfeindliche Seite des Wassers. Es sei nur an den Tsunami vor wenigen Jahren erinnert. Im Alten Testament hindert das Wasser des Jordans das Volk Israel zunächst ins Gelobte Land zu kommen. Wer in den Fluss geht, wird versinken und ertrinken. Wasser ist dort das Zeichen des Todes. Nur durch Gottes wunderbare Macht wird es Israel möglich, über den Jordan zu gehen, ohne zu ertrinken.

Wir kennen diese tödliche Macht des Wassers, auch in unserer Sprache ist sie aufbewahrt: „Mir steht das Wasser bis zum Hals“, „Ich gehe unter in all den Anforderungen“, „ertrinke in Arbeit“, bis zu dem flapsigen Spruch, mit dem man versucht, sich den Tod vom Leib zu halten: „Der ist über den Jordan gegangen.“ – meint: „Er ist gestorben“. Mehr als 1.000 Jahre später spielt jedoch eine andere Geschichte, die von der Taufe Jesu. Die erzählt von einem, der geht in den Jordan hinein, taucht unter, aber wieder auf, und als der, der aus den tödlichen Fluten auftaucht, hört er die Himmelsstimme: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ Letztlich bildet die Geschichte von der Taufe Jesu sein ganzes Lebensgeschehen ab. Sie erzählt: „Da ist einer, der sich in den Tod hineinbegibt, freiwillig. Und er ist der, der von innen den Tod besiegt, in ein neues Leben aufersteht.

Wir wissen: Wir können nicht über den Jordan gehen, wir versinken im Abgrund des Todes. Die Geschichte Jesu aber erzählt: Gott aber ist auch Herr über den Abgrund und die Tiefe, weil er in diesen Abgrund hineingegangen ist, ohne dass er ihn festhalten konnte. Gott – Herr über den Abgrund des Todes und Herr über den Abgrund in mir. Und so wird das Wasser verwandelt, wird vom feindlichen Element des Todes, das vom gelobten Land fernhält, zum lebendigen, lebensschaffenden Element, zum Teil der Kraft Gottes. So ist unsere Taufe zweierlei: Es ist der an uns vollzogene Tod, der von Gott trennt. Und es ist Lebenszeichen, zeigt an, dass wir schon über den Jordan sind, den Tod, der von Gott trennt, schon hinter uns haben. Christus lebt – mit ihm auch wir! Amen.

Quelle Bild: Wolfgang Hannig


 

Im Religionsunterricht wird kurz vor Palmsonntag ein Bild von Jesu gezeigt, wie er in Jerusalem einreitet. Da hört man aus der Klasse eine leise Stimme:

„Och, der ist aber seit Weihnachten gewachsen!“

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