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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 31. März 2010 um 00:00 Uhr

Allein der Glaube – Handeln überflüssig?

Allein der Glaube – allein Christus – allein die Schrift – allein durch Gnade.„Allein der Glaube – allein Christus – allein die Schrift – allein durch Gnade“: Bedeuten die vier protestantischen „Soli“, dass ein menschlicher Anteil bei der Bewährung im christlichen Glauben ausgeschlossen ist? Manchen scheint da die römisch-katholische Auffassung doch verständlicher, dass zwar das Opfer Christi einzige Ursache allen Heils ist, dabei aber die Mitwirkung des Menschen nicht ausgeschlossen, sondern erst ermöglicht und ermächtigt wird.

Auch für viele evangelische Christen ist es durchaus ausgemacht, dass der christliche Glaube nicht folgenlos bleiben darf. Dietrich Bonhoeffer wandte sich 1937 in seinem Buch „Nachfolge“ gegen eine „billige Gnade“. Sie sei „Gnade ohne Nachfolge, Gnade ohne Kreuz. Teure Gnade ist der Ruf Jesu Christi, auf den hin der Jünger seine Netze verlässt und nachfolgt.“ Darf man solche Bereitschaft zur Nachfolge nicht auch von evangelischen Christen erwarten?

Natürlich darf man das – so lange man dabei reformatorische Einsichten nicht verschenkt. Für Luther war deutlich, dass der Mensch immer seinem eigenen Interesse folgt. Er kann daher auch bei bestem Bemühen das von Gott gewollte Gute, nämlich das Wohl des Nächsten, nicht erreichen. Paulus beschreibt dieses Dilemma: „Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ (Römer 7, 19)

Gottes Gebot kann also nur die Erkenntnis zur Folge haben, dass der Mensch es nicht erfüllt. Für Paulus und für Luther bewährt sich Gottes Güte darum in der Rechtfertigung des Gottlosen – unverdient kraft der Stellvertretung Christi. Wer dies zu glauben vermag, kann befreit leben im Dilemma zwischen Anspruch und Scheitern. Das Handeln aus dem Glauben dient dann nicht der eigenen Rechtfertigung, sondern dem Nächsten, der mich braucht. Für ihn oder sie einzutreten, ist nun alles andere als überflüssig. Aber es geschieht in der kostbaren Freiheit der Kinder Gottes, die „man mit keinem Eisen zerhauen, mit keinem Feuer verbrennen, mit keinem Wasser ertränken“ kann, so Luther 1526. Solche Freiheit gibt allein der Glaube – auch zu einem Handeln, das gezielt und entschlossen das Gute nicht nur erkennt, sondern tut.

Quelle Bild: Jürgen Böhm


 

Lehrling auf die Frage seines Lehrmeisters, warum kein Meister vom Himmel falle:

„Wahrscheinlich ist keiner oben!“

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