Kirche Lößnitz - Affalter informiert: Aktuelle Infos Glaubensleben Das Vaterunser VII
Das Vaterunser VII Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gastautor   
Sonntag, den 04. April 2010 um 00:00 Uhr

Das Vaterunser - das Gebet des Herrn - Teil VII

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Und vergib uns unsere Schuld

Die Schöpfungserzählung von Adam und Eva lehrt uns zweierlei: Erstens, dass die Schuldfähigkeit genauso zum Menschen gehört wie seine Freiheit.

Jesus lehrt seine Jünger.Wären Adam und Eva nicht frei gewesen, vom Baum der Erkenntnis zu essen, hätten sie auch nicht schuldig werden können. Kein Mensch ist frei von Schuld, denn er bringt bei seiner Geburt die Unvollkommenheit mit, durch die Schuld erst möglich wird. Wer dem Menschen seine Schuld absprechen will, spricht ihm auch seine Verantwortung und seine Freiheit ab: „Wo hat der Mensch eine höhere Würde als dort, wo er noch schuldig werden kann.“ (R. Spieker)

Und zweitens: der Umgang mit der Schuld.

Adam schiebt sie auf Eva und Eva auf die Schlange. Das Verdrängen der eigenen Schuld ist ein Urmechanismus des Menschen. Doch wenn ich versuche, vor meiner Schuld wegzulaufen, geht es mir wie dem Mann in einer Geschichte, der versucht, vor seinem Schatten wegzulaufen. Er lief und lief, immer schneller, bis er tot zusammenbrach. Die Geschichte zeigt, wie lebenswichtig Vergebung ist. So wichtig wie die Bitte um das tägliche Brot, vielleicht sind deshalb die letzten Vaterunser-Bitten mit einem „und“ verbunden.

Das Eingeständnis meiner Schuld ist die Voraussetzung für die Vergebung. Doch ich kann nur von meiner Schuld sprechen, wenn ich auch auf Vergebung hoffen darf. Deshalb kann das Eingeständnis die Schuld allein nicht bewältigen. Die Vergebung kann mir nur geschenkt werden. Auch die Bitte um Vergebung meiner Schuld richte ich an meinen Vater im Himmel, der mich liebt und der möchte, dass ich frei von Schuld leben kann. Gott möchte mir verzeihen, wie Jesus immer wieder auf die Menschen zugegangen ist, die unter ihrer Schuld litten. Er hat mit ihnen gegessen und getrunken, er hat sie nicht auf ihre Vergangenheit festgenagelt, sondern ihnen ein neues Leben ohne Schuld ermöglicht. Noch einmal zu der oben genannten Geschichte, in der ein Weiser sagte, dass es doch für den Mann ganz einfach gewesen wäre, seinen Schatten loszuwerden, wenn er sich in den Schatten eines Baumes gestellt hätte. Für uns Christen ist dieser Baum das Kreuz Christi. Wenn wir uns mit unserer Schuld unter das Kreuz Christi stellen, werden wir dort von der Schuld befreit.

 

Das Vaterunser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde Dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 


 
Kein Mensch bekämpft die Freiheit; er bekämpft höchstens die Freiheit der anderen. (Karl Marx)
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