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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 07. April 2010 um 00:00 Uhr

Grab zum Paradies

Paradiso GraberdeGraberde Paradiso. Geht das zusammen? Grab und Paradies? Tod und Leben? Ich glaube, ja.

Im christlichen Glauben geht es zusammen, geht es nur so zusammen. Jesus spricht davon: Das Weizenkorn muss sterben, um Frucht zu bringen. Das heißt: Es wird nicht Ostern an Karfreitag vorbei. Oder, um es zuzuspitzen: es wird Ostern mitten in den Karfreitag hinein. Das spiegelt unsere Lebenserfahrung wider: die Gleichzeitigkeit von Trauer und Freude, von Klage und Hoffnung. Es gibt keine reine Freude. Und es gibt auch nicht völlige Finsternis. Jede Freude ist doch getrübt durch die vielen Schrecken in der Welt. Aber auch die Schrecken der Welt liegen stets in dem Licht, das aus Menschen leuchtet, die lieben und hoffen gegen alle Dunkelheit.

Der Glaube weiß um diese Gleichzeitigkeit. Und im Glauben können wir diese Gleichzeitigkeit tragen, zugleich traurig sein und hoffen. Die Traurigkeit kommt, wenn wir die Welt nicht aus unserem Leben aussperren, wenn wir hinsehen und hinhören auf die Schrecken der Welt. Und die Hoffnung kommt, wenn wir Gott nicht aus unserem Leben aussperren, wenn wir hinsehen und hinhören auf die Zeichen und Spuren seiner Liebe. Und darum wissen, dass wir immer und unter allen Umständen angewiesen sind und bleiben auf die Liebe Gottes.

So betrachtet, ist die Graberde Paradiso ein Ostersymbol. Keines, was idyllische, auf Harmonie bedachte Wünsche erwartet haben, aber ein ehrliches, ein wahrhaftiges. Ein Symbol, das den Tod nicht leugnet, doch um das paradiesische Licht weiß, das in den Tod hineinleuchtet. Dass wir das können: in aller Freude um die Trauer und in aller Verzweiflung um die Hoffnung wissen, angesichts des Todes auf das Paradies zu vertrauen, darum bitte ich Gott um sein Erbarmen. Amen.

Quelle Bild: alphapress


 
Eindrucksvoll schildert der Lehrer den Untergang der Welt den gebannt lauschenden Kindern – so glaubt er wenigstens: „Blitze zucken, Donner rasen, die Erde öffnet sich, die Berge stürzen zusammen …“ Da reckt sich ein ungeduldiger Finger: „Herr Lehrer, haben wir dann schulfrei?“
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