Kirche Lößnitz - Affalter informiert: Aktuelle Infos Glaubensleben Das Vaterunser VIII
Das Vaterunser VIII Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gastautor   
Sonntag, den 11. April 2010 um 00:00 Uhr

Das Vaterunser - das Gebet des Herrn - Teil VIII

.

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Jesus lehrt seine Jünger.

Die Formulierung dieser Vaterunser-Bitte legt ein Missverständnis nahe: Dass ich erst denen vergeben muss, die an mir schuldig geworden sind, bevor Gott mir vergibt. Oder anders formuliert: Dass ich einen Anspruch auf Gottes Vergebung habe, wenn ich den anderen verzeihe. Doch diesen „Vergebungsautomatismus“ gibt es nicht. Gottes Vergebung steht immer am Anfang und wir können nur vergeben, weil uns Gott schon vergeben hat, weil er uns zur Vergebung befreit hat von unserer eigenen Schuld. Was ich selbst erfahre, kann ich meinen Mitmenschen erfahrbar machen. Wenn Jesus uns im Evangelium (Matthäus 18,22) auffordert, dem Nächsten siebenundsiebzigmal zu vergeben, so ist das keine Überforderung, sondern sein Versprechen, uns selbst mindestens so oft zu vergeben. Und trotzdem: Dem anderen so zu verzeihen, wie Gott uns verzeiht, das fällt oft schwer, da fallen uns mannigfaltige Gründe ein, es mit gutem Gewissen nicht zu tun: Es muss doch gerecht zugehen, dann lernt der andere nicht aus seinen Fehlern …

„Hüten wir uns indes, einen zu vergessen bei der Bitte ,Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern’. Ein Wesen existiert, das uns enttäuscht und beleidigt hat, ein Wesen, mit dem wir ständig unzufrieden sind und das wir mit einem Groll verfolgen, den wir keinem anderen zu zeigen wagten. Das sind wir selbst.“ (Louis Evely) Wie oft kann ich mich selbst nicht annehmen, wenn ich hinter den mir selbst gesetzten Erwartungen zurückbleibe, wenn ich nicht dem Bild, das ich von mir habe, entspreche. Die Vaterunser-Bitte „wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“ ist auch die Bitte, dass Gott mir die Kraft gibt, mir selbst zu verzeihen, mich selbst annehmen zu können. Das heißt nicht, dass ich nicht mehr sehe, was ich falsch mache, aber es heißt doch, nicht mehr zu glauben, dass ich selbst falsch bin. Wenn ich an die Vergebung Gottes glaube, dann gilt sie auch für mich und dann kann ich umso leichter auch dem anderen vergeben.

 

Das Vaterunser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde Dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 


 

Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große, die man plant.
(George C. Marshall)

Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Lößnitz-Affalter | Rathausplatz 3 | 08294 Lößnitz | Tel: +49 3771 55510
Alberoda - Affalter - Brunnstädtel - Dittersdorf - Dreihansen - Hasenschwanz - Niederlößnitz - Stein - Streitwald