Kirche Lößnitz - Affalter informiert: Aktuelle Infos Glaubensleben Bilanzen und Finanzen
Bilanzen und Finanzen Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 14. Juli 2010 um 00:00 Uhr

Du hast Worte ewigen Lebens

.

Eine Bilanz

Jesus lehrt seine JüngerViele seiner Jünger, die ihm zuhörten, sagten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören“, heißt es im Johannesevangelium – oder in der Übersetzung Martin Luthers: „Das ist eine harte Rede, wer kann sie hören.“ Und wenige Verse später folgt die Konsequenz dieses Urteils: „Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher.“ (Johannes 6,60.66)

Wenn wir zur Mitte des Jahres eine erste Bilanz ziehen, müssen wir leider feststellen: Die Zahl derer, die sich zurückziehen und aus der Kirche austreten, ist empfindlich und schmerzhaft gestiegen. Nur die Ursache ist eine ganz andere, als die im Evangelium genannte.

Als Allererstes kommen natürlich die Missbrauchsskandale besonders in der katholischen Kirche in den Sinn, doch ist diese Analyse nur bedingt richtig. Denn schon im Jahr 2008 waren in beiden Kirchen die Austrittszahlen um rund 30 % gestiegen. Die über viele Wochen und Monate nicht enden wollende „Flut“ von bekannt werdenden Missbrauchsfällen wird für viele Anlass gewesen sein, eine schon nicht mehr vorhandene Beziehung zu Glauben und Kirche jetzt auch amtlich zu beenden. Hauptgrund ist jedoch fast immer (und in Zeiten der Wirtschaftskrise verstärkt) die Ersparnis der Kirchensteuer. Die Kirche ist in den Augen der Austretenden – um es salopp zu formulieren – ihr Geld nicht mehr wert. Aber auch das muss Ursachen haben; und es ist nicht die im Evangelium erwähnte „harte Rede“ Jesu.

Fünf Billionen Mark - Geld als dauerhafter Schatz

Eher im Gegenteil: Mir scheint, dass die Kirche an Relevanz für viele Menschen verloren hat. Sie vermissen Antworten auf ihre wichtigen Lebensfragen oder verstehen die Antworten nicht mehr; oder – was vielleicht noch schlimmer ist – sie hören Antworten auf Fragen, die sie nicht mehr oder noch nicht stellen. Es besteht eine Kommunikationsbarriere, die nicht ohne Weiteres auflösbar ist. Ein Grund dafür ist die Krise des Wahrheitsbegriffs. Viele sehen sich nicht mehr in der Lage, über „die Wahrheit“ zu entscheiden und wollen es auch nicht mehr. Wer vor diesem Hintergrund von der Wahrheit spricht, die sich der Gleichgültigkeit des Pluralismus nicht beugt, wird bestenfalls zum Außenseiter oder schlechterdings nicht mehr verstanden. Hinzu kommt die Fremdheit des Evangeliums, seine Differenz zu bestehenden Lebens- und Weltanschauungen. Christen können diese Fremdheit nicht mit einer inhaltlichen Übereinstimmung mit möglichst vielen Menschen überwinden ohne die Aussagen des Evangeliums zu verzerren oder das eigene Profil zu verwässern.

Was tun? Ich meine, unsere Antwort kann keine andere sein, als die des Petrus auf die Frage Jesu an seine Jünger: „Wollt auch ihr weggehen?“ Petrus antwortet: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“ Jesus hat Worte ewigen Lebens – das muss dem Handeln der Kirche und dem Leben jedes Christen anzusehen sein. Und diese Worte des ewigen Lebens sind gerichtet an jeden Menschen in seiner Lebenssituation. Es sind keine Sonntagsworte und nicht die Worte wohlfeiler Enzykliken und Gedenkschriften. Diese Worte dürfen nicht mit erhobenem Zeigefinger gesprochen, aber auch nicht den Menschen nach dem Mund geredet werden. Es sind Worte, die die Welt verändern und erneuern können.


 
Unsere Zeit braucht keine religiösen Leckerbissen, sondern biblisches Lebensbrot.
(Peter Hahne)
Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Lößnitz-Affalter | Rathausplatz 3 | 08294 Lößnitz | Tel: +49 3771 55510
Alberoda - Affalter - Brunnstädtel - Dittersdorf - Dreihansen - Hasenschwanz - Niederlößnitz - Stein - Streitwald