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Passionsmusik
Anmeldung
| Beten wozu? |
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| Geschrieben von: Gastautor | |||
| Mittwoch, den 11. August 2010 um 00:00 Uhr | |||
Beten. Wie, wann, wo und warum überhaupt?
Wenn Beten Heimat ist, muss ich mir über das Wie keine großen Gedanken machen: Zu Hause darf es auch etwas legerer sein. Natürlich hat das Gebet als Gespräch mit Gott eine Würde, die es zu respektieren gilt; ich sollte mich konzentrieren, nicht nebenbei noch Fernsehen gucken, doch gibt es keine vorgeschriebene Haltung, Kleidung oder Ähnliches. Oder wie es Meister Eckhart erkannte: „Der Mensch, der Gott beim Stallmisten nicht hat, hat ihn auch nicht beim Chorgebet.“ Auch gibt es keine bestimmte Zeit für das Gebet, jedoch sind feste Zeiten hilfreich. Wie sich die Familie freut, wenn ich zu einer verlässlichen Zeit nach Hause komme, so freut sich auch Gott, wenn ich ihm feste Zeiten des Tages einräume. Das beantwortet auch die Frage nach dem Wo. Der erste Ort der Begegnung mit Gott ist die Kirche, aber bei weitem nicht der einzige. Das kann die Natur genauso gut sein wie das Wohnzimmer oder der Arbeitsplatz. Und da ich zu Hause eher als in der Öffentlichkeit „reden kann, wie mir der Schnabel gewachsen ist“, gilt Gleiches für das Gebet. Ehrlich soll es sein, ein Rhetorikkurs ist nicht vonnöten. Und wer sich mit dem frei formulierten Gebet schwer tut, kann auch gerne auf die vorformulieren Gebete aus dem reichen Gebetsschatz der Kirche zurückgreifen. Bleibt als Letztes die Frage nach dem Warum? Weil ich als Mensch eine Heimat brauche, die mehr ist als diese Welt und in der ich viel weniger sein darf, als ich meine, in dieser Welt oft darstellen zu müssen. Wo ich so sein darf, wie ich bin – mit allen Vorzügen und eben auch mit allen Schwächen und Fehlern. Ein Allerletztes noch: Heimat hat etwas mit Gewöhnung, Gewohnheit zu tun. Und so sollte auch das Gebet eine gute Gewohnheit sein, oft erst dann kann es seinen ganzen Reichtum entfalten.
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