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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 15. September 2010 um 00:00 Uhr

Kirche der Armen!?!

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Fürsorge ist gut.

Und darum gibt es in den Kirchen ausgewiesene Fachleute dafür: in Caritas und Diakonie, in Kleiderkammern und Suppenküchen, …

Kirchenportal der Armen

Solidarität meint mehr. Sie lässt sich nicht delegieren. Sie fordert mich heraus, in den Armen meine Schwestern und Brüder zu sehen, mit ihnen das Leben zumindest ein Stück weit zu teilen.

Option für die Armen geht noch einen Schritt weiter: Sie sieht die Armen nicht als Objekte der Fürsorge, als Menschen, denen – aus purer Menschlichkeit und erst recht aufgrund des Evangeliums – geholfen werden muss. Sie traut ihnen zu, für sich selbst sprechen und handeln zu können, wenn sie nur den Spielraum dafür bekommen. Vollwertige Mitglieder der Gesellschaft und der Kirche zu sein. Theoretisch ist uns das klar, spätestens seit Jesus. Aber praktisch fällt es schwer. Wie schnell und nahezu automatisch teilen wir die Menschen in Geber und Empfänger, in Wissende und Unwissende, in Nützliche und Lästige …

Wer sind die Armen? Klar, Obdachlose und Bettler gehören dazu, aber auch die vielen, die keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, die ohne eigene Schuld ihr Einkommen, die Lebensgrundlage für ihre Familie verloren haben. Viel zu oft gehören auch Frauen und Kinder dazu; in Reden wird ihr unverzichtbarer Wert hoch gelobt, im Alltag aber finden sie kaum Gehör. Göttergleiche Institutionen verlangen Schlangestehen, Engelsgeduld und sehr viel Frustrationstoleranz.

Kirche, konkret unsere Gemeinde ist vom Evangelium herausgefordert, den Armen Raum und Stimme zu geben, sich selbst einzubringen mit ihren Nöten und Talenten und Formen der Beteiligung am Gemeindeleben zu finden, die den ganzen Leib Christi darstellen – als Modell, an dem sich „die Welt“ orientieren könnte. Das Reich Gottes hat schon begonnen; wir müssen es zeigen!

 

Am 19. September ist Diakonie-Sonntag.

Quelle Bild: U.Loose


 
„Bin ich verbunden mit der Nummer eins, eins, eins, eins, null?“ – „Nein, hier ist die elf einhundertzehn.“ – „Oh, dann habe ich mich verwählt. Entschuldigung!“ – „Macht nichts, das Telefon hat sowieso gerade geklingelt.“
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