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| Verbote |
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| Geschrieben von: Gastautor | |||
| Mittwoch, den 13. Oktober 2010 um 00:00 Uhr | |||
Spaßbremse Glaube . Ich muss, ich soll, ich darf nicht …
Wie kommt es, dass bei Gläubigen und auch bei manchen Verkündern des Glaubens die Gebote wichtiger erscheinen als zum Beispiel die Bergpredigt, oder – um im Bild zu bleiben – Mose uns näher steht als der Gekreuzigte? Da ist zunächst – so glaube ich – das menschliche Bedürfnis nach Regeln, nach Orientierung. Regeln, die ich mir selbst, aber auch anderen sagen kann. Etwas, woran ich mich festhalten und andere – schlimmstenfalls – festnageln kann. Regeln und Gebote machen den Glauben einfacher und – irdischer. Einfacher, weil sie keinen Glauben verlangen, sondern Zustimmung oder Ablehnung. Irdischer, weil sie das alltägliche Leben regeln. Liebe, Vergebung, Gnade und Erlösung – all das, wofür Jesus am Kreuz gestorben ist – machen den Glauben dagegen himmlisch und verlangen etwas von mir. Himmlisch, weil nicht das, was ist, was ich beherrschen kann, das Entscheidende ist, sondern das, was noch aussteht, was mir geschenkt wird, was nicht in meiner Macht steht. Daran zu glauben, sein Leben darauf zu bauen, ist auch ein Wagnis, fordert den Schritt ins Unbekannte, verlangt Vertrauen. Dabei geht das eine nicht ohne das andere: Ohne Gebote droht die Gefahr der Beliebigkeit; doch ohne Liebe, Gnade, Vertrauen wird Menschsein unmenschlich. Gebote sind die Richtungsanzeige für den Sprung ins Ungewisse, um bei Gott, in seiner Liebe und Gnade, anzukommen. PS: Sollte durch Mose und die Gebotstafeln der Eindruck entstanden sein, der jüdische Glaube wäre vor allem eine Gesetzesreligion, bei der es zuallererst auf die Beachtung der Gebote ankäme, empfehle ich jedem die Lektüre der Propheten und ihrer Verheißungen.
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