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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 03. November 2010 um 00:00 Uhr

Schwerter zu Pflugscharen

Gott spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. (Jesaja 2,4)

Jesus zerbricht das Gewehr - Otto PankokDer Prophet Jesaja wirkte von 740 bis 701 v.Chr. im Südreich. Von ihm „stammen" die ersten 39 Kapitel des Jesajabuches, in denen sich der Prophet in Drohworten gegen die Zustände in Juda und Jerusalem wandte, die in seinen Augen nicht besser waren als die Zustände in Sodom und Gomorrha; er kritisierte den Abfall von Gott und einen Gottesdienst, der nur die äußere Form wahrte, aber mit leerem Herzen gefeiert wurde, weil die Taten der Menschen nicht ihren religiösen Feiern entsprachen. In diesen Worten klingt auch Sozialkritik an, denn der Glaube soll sich niederschlagen im politischen und sozialen Handeln, besonders den Armen gegenüber.

Neben den Drohworten finden sich beim Propheten Jesaja zahlreiche Trostworte; Verheißungen, die für den christlichen Glauben wichtig geworden sind, da sie das kommende Heil mit dem Auftreten einer messianischen Gestalt verbinden: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf. ... Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft, jeder Mantel, der mit Blut befleckt ist, wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber; Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens." (Jesaja 9,1-5) Und im Kapitel 2 heißt es: „Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen" (2,4) – ein Satz, der bis heute nichts von seiner Brisanz verloren hat. Der Künstler wie Otto Pankok inspirierte und in der Fassung aus dem Buch des Propheten Micha zum Motto der Friedensbewegung in der DDR wurde. Im Monatsspruch ist diesem Vers ein Satz vorangestellt, der die Basis allen Friedens nennt: die Gerechtigkeit. Auch wenn die Menschen den vollkommenen Frieden nie aus eigener Kraft bewirken können, so ist er uns doch als Aufgabe – zusammen mit der Gerechtigkeit – aufgegeben. Zugleich sind wir eingeladen, uns der Größe und der Wucht der Verheißungen Gottes auszusetzen. Von Gott nicht zu klein zu denken, sondern Großartiges zu erwarten. Ich brauche diese Verheißungen, ich möchte sie immer wieder lesen, denn sie sind mir Kraftquelle, wenn das eigene Tun voller Mängel ist und aus der Welt alle Hoffnung gewichen scheint.

Die Andacht unseres Diakons Lutz Hildebrand zum gleichen Thema lesen Sie in "Nachgedacht" in den Kirchennachrichten.

Quelle Bild: Otto Pankok


 
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(Martin Luther)
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