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| Nur Menschen |
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| Geschrieben von: Gastautor | |||
| Mittwoch, den 22. Dezember 2010 um 00:00 Uhr | |||
Nur Menschen"Christen sind doch auch nur Menschen"Eine Kritik, die oft zu hören und fast ebenso oft nicht von der Hand zu weisen ist: Christen sind doch auch nur Menschen – genauso ehrgeizig, aufbrausend, ungerecht, auf sich selbst fixiert und so weiter. Und es stimmt ja auch: Die Taufe macht niemanden zu einem besseren, moralischeren, liebevolleren Menschen. Halt doch nur Menschen. Nur Menschen?
Warum eigentlich „nur"? Menschen sind doch etwas Wunderbares: Gott wollte einer werden. Wenn es vor zweitausend Jahren schon Ultraschalluntersuchungen gegeben hätte, dann hätten Maria und Josef voller Stolz und Freude das Ultraschallbild ihres Jesus betrachtet. So klein, so absolut menschlich, so uns gleich ist Gott geworden und deshalb kann ich von den Menschen nicht schlecht denken. Ist das naiv angesichts dessen, was Menschen – und auch Christen – sich gegenseitig antun? Vielleicht, aber dann ist es ein bisschen auch die Naivität Gottes. Das Kind in seiner Verletzlichkeit, in seiner Abhängigkeit und letztlich nach einem kurzen Erdenleben in seinem Sterben und Auferstehen, ist aber zuerst und vor allem Zeugnis seiner Liebe. Und es ist diese Liebe, die Christen dann doch von anderen Menschen unterscheiden kann, das Einzige, was uns unterscheiden kann, wie der heilige Augustinus geschrieben hat: „Liebe und tue was du willst." Und Christen wissen, dass sie vor allem Lieben schon immer geliebt sind. Geliebt sind so, wie sie eben sind – mit allen Schwächen und aller Schuld, unabhängig von Leistung, Intelligenz und was auch immer. Ich versuche mir das immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, wenn ich in Gefahr bin, in dem alltäglichen Wettrennen um Ansehen, Einfluss und Geld mitzulaufen. Brauche ich nicht, macht mich nicht besser. Auch das mag naiv klingen, doch diese Naivität (die auch eine große Weisheit sein kann) möchte ich mir bewahren und Weihnachten erinnert mich daran. Weil Gott ganz klein mit uns anfängt, damit wir etwas mit ihm anfangen können. Liebe und tue, was du willst." Das heißt: Bevor Christen irgendetwas machen, fragen sie danach: Dient es der Liebe? Fördert es die Liebe? Verbreitet es die Liebe? Das gelingt wahrlich nicht immer und deshalb unterscheiden sich Christen – Gott sei's geklagt – so oft nicht von ihren Zeitgenossen, doch sie haben noch einen weiteren Vorteil. Sie dürfen auf Vergebung hoffen und in ihrem Leben umkehren. Ein Motto vielleicht für das neue Jahr: Höre nie auf, mit der Liebe anzufangen, und fange nie an, mit der Liebe aufzuhören. Quelle Foto: Ingenium-design.de - Fotolia
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