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| Welt der Zahlen |
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| Geschrieben von: Gastautor | |||
| Mittwoch, den 16. März 2011 um 00:00 Uhr | |||
Große Zahlen - große Werte?Von der gefährlichen Herrschaft der Zahlen
Und im Erwachsenenalter heißt es dann: Meine Wohnung hat so viele Quadratmeter, mein Auto so viele PS, ich verdiene so viel Geld, meine Körpermaße sind ... Politiker orientieren sich an Umfragewerten und zweimal im Jahr wartet die Gesellschaft auf das prognostizierte Wirtschaftswachstum mit Zahlen vor und hinter dem Komma, denen man dann noch mit einem Wachstumsbeschleunigungsgesetz nachzuhelfen versucht. Zahlen qualifizieren unser Leben, geben Auskunft darüber, wer wir sind und wie viel wir wert sind. Leider ist diese Herrschaft der Zahlen auch schon in der Kirche ausgebrochen. Zu früheren Zeiten gab es zur Buße fünf „Vaterunser" und drei „Ave Maria". Heute starren wir wie gebannt auf die Zahlen von Taufen und Eheschließungen und des Gottesdienstbesuches. Und sind wie gelähmt, wenn die Zahlen von Jahr zu Jahr sinken. Oder verfallen der Faszination der großen Zahlen. Berauschen uns an den Zehntausenden, die Kirchentage besuchen – wohl ahnend, dass die Zahlen nicht besonders aussagekräftig sind. Dennoch wird der Aufwand fürs Glaubens- und Seelenheil immer größer, ein einfacher Gottesdienst scheint nicht mehr auszureichen. Auch die Bibel kennt die Welt der Zahlen. Doch hat sie ein ganz eigenes Verhältnis dazu. Schon der Psalmist weiß, dass bei Gott hundert Jahre wie ein Tag sind, der gute Hirte lässt 99 Schafe im Stich, um eines zu retten und der Himmel freut sich mehr über einen Sünder, der sich bekehrt, als über 100 Gerechten. Gott verfällt nicht der Faszination der großen Zahl und wird von der kleinen nicht gelähmt, er führt die Herrschaft der Zahlen ad absurdum. Von ihm sollten wir lernen. Wer schon einmal einen bewegenden Gottesdienst mit einer kleinen Gruppe erlebt hat, dem wird das nicht schwer fallen. Liebe, Gnade, Glauben lassen sich nicht messen, nicht quantifizieren.
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