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| Vergeben für Vergessen |
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| Geschrieben von: Gastautor | |||
| Mittwoch, den 30. März 2011 um 00:00 Uhr | |||
Vergessen leicht gemacht?Amnestie für Amnesie?Hunderte von Kirchen sind in den letzten Jahren geschlossen, umgewidmet, abgerissen worden – von den betroffenen Gemeinden einmal abgesehen – sang- und klanglos, ohne Aufmerksamkeit, geschweige denn Protest oder Empörung.
Der – zugegeben technisch Aufsehen erregende und zu begrüßende – Umzug einer einzelnen denkmalgeschützten Kirche vom sächsischen Heuersdorf ins zwölf Kilometer entfernte Borna (um dem Braunkohletagebau zu weichen) war dagegen mehrmals Thema in den Hauptnachrichten. Über Hundert Moscheen werden zurzeit in Deutschland gebaut oder sind geplant. Und die Empörung ist mancherorts groß, erreicht zum Beispiel auch die Politik. Doch anstatt sich über das Anwachsen des Islams aufzuregen (oder gar über die alberne Frage, ob Minarette höher sein dürfen als Kirchtürme), sollte uns das Schwinden des Christentums Sorge machen. Die prägende Kultur dieses Landes verschwindet und vielerorts wird es nicht zur Kenntnis genommen. Was der christliche Glaube für dieses Land an Gutem bedeutet hat und – davon bin ich felsenfest überzeugt – immer noch bedeutet, wird glatt vergessen. Gedächtnisverlust. Amnesie. Und sogleich wird für diese Amnesie auch noch die Amnestie erteilt: Alles ist beliebig, jede und jeder soll auf ihre und seine Weise glücklich werden, jede Lebenseinstellung gleich gültig (was nichts anderes bedeutet als gleichgültig), kein Wert, der nicht zur Diskussion gestellt wird. Abtreibung, Sterbehilfe, verbrauchende Embryonenforschung, Folter – man kann ja mal über alles reden. Nein, können wir eben nicht. Dem Menschen sind Grenzen gesetzt durch Gott. Und es hat uns nicht geschadet, diese Grenzen zu beachten. Doch was hat diesen kollektiven Gedächtnisverlust verursacht? Ich befürchte, die Christen sind daran nicht ganz schuldlos. Wir sind – so glaube ich – nicht widerborstig genug. Wir freuen uns, wenn irgendein Prominenter von sich erzählt, er wäre mal Messdiener gewesen, anstatt ihn zu fragen, warum er heute als Erwachsener kein Christ mehr ist. Glaube und Christentum sind doch nicht nur etwas für Kinder; Kinderkram. Ich glaube, wir haben zu oft in das hohe Lied der Harmonie eingestimmt; ohne immer zu beachten, zu was allem wir um des lieben Friedens willen Ja und Amen gesagt haben. Die Kirchen werden – befürchte ich – nicht mehr ernst genommen, weil sie zu oft zu leise, zu betulich aufgetreten sind. Die Fastenzeit lädt dazu ein, Jesus zu betrachten, wie er in der Wüste den wohlklingenden Versuchungen des Teufels entschieden und auch zornig widerstanden hat und wie er für seine Überzeugungen in den Tod gegangen ist. Und die Osterzeit erinnert uns daran, welch machtvolle Botschaft wir haben: Die österlichen Hallelujas werden nicht gesäuselt, es sind Weckrufe. Quelle Foto: Foto: myddrr / flickr
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