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| Himmel zu verschenken |
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| Geschrieben von: Gastautor | |||
| Mittwoch, den 08. Juni 2011 um 00:00 Uhr | |||
Freie Plätze im HimmelDer geschenkte Himmel befreit zur LiebeDer antike Götterhimmel der Griechen und Römer war eine geschlossene Gesellschaft. Auf dem Olymp gab es für menschliche Wesen nicht mal eine Abstellkammer.
Ganz anders der christliche Glaube. Jesus spricht von den vielen Wohnungen, die im Himmel für uns bereitet sind – der christliche Himmel ist keine geschlossene Gesellschaft, kein geheiligter Privatbezirk von Vater, Sohn und Geist. Doch was bedeutet das konkret? Ist diese Glaubensaussage mehr als eine Vertröstung auf den Himmel, auf eine bessere Zukunft, um mit der manchmal schmerzhaften, leidvollen Gegenwart besser zurechtzukommen? Wie ist das mit dem christlichen Himmel? Die heilige Thérèse von Lisieux antwortete darauf: „Mein Himmel wird sich auf Erden ereignen. Ja, ich will meinen Himmel damit verbringen, auf Erden Gutes zu tun." So einfach ist es – nach Thérèse von Lisieux – den Himmel zu erleben. Gutes zu tun. Nicht das Außergewöhnliche, sondern das Alltägliche, was aber oft so schwerfällt. Gott in den kleinen Dingen zu lieben. Und die heilige Hildegard von Bingen drückte die gleiche Überzeugung mit folgenden Worten aus: „Der Himmel auf Erden ist überall, wo Menschen von Liebe zu Gott, zu seinen Mitmenschen und zu sich selbst erfüllt sind." Doch ist es so einfach mit dem Himmel? Ja, wenn die Liebe einfach ist. Und seien wir ehrlich: Das erleben wir bei uns selbst oft anders. Dann können wir uns nicht vorstellen, geliebt zu werden – so wie wir sind. Und fällt es uns schwer zu lieben – gerade die, über die wir uns ärgern oder die uns wehgetan haben. Ja, so schwer die Liebe ist, so weit entfernt ist vielleicht auch der Himmel. Gut, dass wir nicht auf unsere Kraft allein angewiesen sind. Die Liebe ist uns geschenkt – bevor wir selbst Liebende sind, werden wir geliebt. Wir brauchen uns die Liebe nicht zu verdienen – was auch gar nicht geht. Und ebenso wenig brauchen wir uns den Himmel zu verdienen – was ja auch nicht geht. Und weil wir uns den Himmel nicht mehr verdienen müssen, können wir den Nächsten lieben. Der geschenkte Himmel befreit zur Liebe. Über alle Beschränkungen und Grenzen hinweg.
Quelle Foto: L.Nahler
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