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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 15. Juni 2011 um 00:00 Uhr

Pfarrberuf im Wandel

anders als früher - Pfarrer 2.0

„Der Pfarrer ist anders" – so lautete ein Buchtitel des Pastoraltheologen Manfred Josuttis von 1982. Josuttis hatte mit „dem Pfarrer" noch den in der Gemeinde tätigen Geistlichen im Blick.

Pfarrer im Wandel

In seinem heftig diskutierten Buch legte er Rollenkonflikte offen, in denen sich viele Pfarrer wieder fanden. Aber genau diese pastoralen Rollen sind seither unübersichtlicher geworden. Die Aufgabenbeschreibung des Pfarrberufs ist längst vielfältig differenziert – und die pastoralen Lebensformen nicht minder.

Weiterhin wird die zentrale Aufgabe des pastoralen Berufes gültig in der Augsburgischen Konfession von 1530 bestimmt: Auf dass Glauben geweckt werde, sei der pastorale Dienst eingesetzt für die Predigt des Evangeliums und die Darreichung der Sakramente, so heißt es sinngemäß in Art. 4 des evangelischen Bekenntnisses. Dieser Aufgabe stellen sich auch heute Pfarrer und Pfarrerinnen im Ehrenamt und in Teilzeit, Pfarrehepaare, die sich eine Stelle teilen und eine Fülle von spezialisierten „Funktionspfarrämtern" in Diakonie, Schule und vielen Bereichen von Kirche; das Bild des Pfarrberufs ist in den letzten Jahrzehnten bunter geworden. Zahlreiche Pfarrerinnen und Pfarrer haben spezielle Aufgaben in der Militärseelsorge, in Krankenhäusern und Gefängnissen, an Urlaubsorten sowie in der seit Jahren ständig an Bedeutung gewinnenden Notfallseelsorge, die sich Betroffenen von Unglücksfällen und Katastrophen zuwendet.

Für viele dieser Tätigkeiten sind eigene zusätzliche Ausbildungen und vielfach auch Prüfungen erforderlich; wer etwa – und dieser Trend nimmt zu – als Pfarrer oder Pfarrerin Religionsunterricht erteilt und Abiturprüfungen abnimmt, braucht hierfür eine staatliche Anerkennung, für die fundierte Kenntnisse in Pädagogik, Methodik und Didaktik nachgewiesen sein müssen. Wer mit speziellen Aufgaben in der Seelsorge betraut ist, wird auch dafür eigens aus- und fortgebildet.

Dennoch – ganz gleich, ob Pfarrerinnen und Pfarrer in Gemeinde, Schule, Hochschule, in der Seelsorge oder in einem „Funktionspfarramt" tätig sind: Die pastorale Arbeit wird weiterhin daran gemessen, ob sie dem Evangelium entspricht und weiterträgt, was Gott den Menschen in seinen Sakramenten anbietet – das lebendige Zeugnis einer Menschenfreundlichkeit, die darum weiß, dass sie ihre Kraft und ihren Maßstab nicht aus sich selbst hat.

 

Quelle Bild: I.Zavrakidis


 
Eindrucksvoll schildert der Lehrer den Untergang der Welt den gebannt lauschenden Kindern – so glaubt er wenigstens: „Blitze zucken, Donner rasen, die Erde öffnet sich, die Berge stürzen zusammen …“ Da reckt sich ein ungeduldiger Finger: „Herr Lehrer, haben wir dann schulfrei?“
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