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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 20. Juli 2011 um 00:00 Uhr

Unheilbare Krankheiten

Unsere unheilbare Krankheit ist Hoffnung

Unsere unheilbare Krankheit ist Hoffnung" – dieses Zitat des verstorbenen palästinensischen Dichters Mahmud Darwisch hat Mer Khamis gerne verwendet. Von ihm möchte ich Ihnen heute gerne erzählen.

Krank

Mer Khamis war der israelisch-palästinensische Direktor des „Theaters der Freiheit". Er wurde Anfang April in der palästinensischen Stadt Dschenin vor den Augen seines sechsjährigen Sohnes von einem Fanatiker erschossen. Der 53-jährige Juliano Mer Khamis verkörperte mit seinem jahrelangen Einsatz für Versöhnung und Verständigung zwischen Israelis und Palästinenser wie kaum ein Zweiter die Hoffnung für zahllose Menschen in der Region auf eine friedvollere Zukunft.

Sein Einsatz für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, für die Rechte von Kindern stieß bei Fundamentalisten auf scharfe Ablehnung, vielen Juden galt Khamis als Araber und vielen Arabern als Juden, er selbst sagte einmal von sich, er lebe zwischen beiden Seiten „auf der Mauer". Trotzdem dachte er nie daran aufzugeben – seine unheilbare Krankheit war die Hoffnung.

KreuzNur Hoffnung vermag die Kraft zu geben, gegen so viele Anfeindungen, gegen Drohungen und Gewalt weiterzugehen auf dem Weg der Gerechtigkeit und des Friedens. Eine Hoffnung, wie sie auch Martin Luther King oder Nelson Mandela erfüllte bzw. erfüllt. Eine Hoffnung, deren Quelle das Vertrauen ist. Das Vertrauen zu unserem Gott, der die Liebe ist; der möchte, dass wir das Leben haben und dass wir es in Fülle haben. Eine Hoffnung, die hinter den Horizont blicken und die Sonne sehen lässt, auch wenn sie längst untergegangen ist.

Ein Meister dieser Hoffnung ist Jesus. Diese Hoffnung lässt ihn seinen Weg gehen hinauf nach Jerusalem, ans Kreuz. Unheilbar an Hoffnung erkrankt, verrückt vor Hoffnung vertraut er darauf, dass das Leben stärker ist als der Tod.

Als Christ bin ich unheilbar an Hoffnung erkrankt, bin ich verrückt vor Hoffnung, wie es der Liedermacher Wolf Biermann einmal ausgedrückt hat. Verrückt von einer Hoffnung, die gegen die Widrigkeiten und Torheiten, die Abscheulichkeiten und Albernheiten des Alltags leben und lieben lässt.


 
Ich glaube, dass ich viel Bewahrung in meinem Leben der Fürbitte Bekannter und Unbekannter zu danken habe.
(Dietrich Bonhoeffer)
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