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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 10. August 2011 um 00:00 Uhr

150 Jahre Pauschalreisen

150 Jahre Erweiterung des Horizonts

Am 17. Mai diesen Jahres galt es einen besonderen Geburtstag zu feiern: Die Pauschalreise wurde 150 Jahre alt.

Pauschalreisen

Am 17. Mai 1861 führte Thomas Cook die erste Pauschalreise für englische Arbeiter nach Paris durch: Fahrt, Unterkunft und Verpflegung waren im Preis eingeschlossen, eben: eine Pauschalreise. Es hat fast 100 Jahre gedauert, bis sich diese Form des Reisens in Deutschland durchsetzte, aber mittlerweile sind mehr als 40 Prozent aller durchgeführten Urlaubsreisen Pauschalreisen.

Erst diese Reiseform hat dazu geführt, dass Millionen Menschen verreisten und die Fremde kennenlernten. Denn nun war ihnen die Organisation der Reise und die Auswahl der besten Ziele abgenommen, durch die große Anzahl der Buchungen gaben die Hotels, die Bahn, die Flug- und Omnibusgesellschaften kräftige Rabatte, die dafür sorgten, dass die Reise erschwinglich wurde. War die Kenntnis von fremden Ländern früher berufsmäßig Reisenden wie Forschern, Kaufleuten, Seefahrern und begüterten Adeligen vorbehalten, konnte sich nun der kleine Mann in die Fremde aufmachen. Er, der fremde Länder sonst nur als Soldat erlebte und die Fremden als Feinde, war nun Tourist und konnte die Fremde bestaunen.

Sicher, der stürmische Anstieg der Reisen brachte auch Nachteile: Manche Reiseziele waren so begehrt, dass es eine regelrechte Invasion von Touristen gab, und man vor lauter Besuchern die Einheimischen kaum entdeckte; der individuelle Spielraum der Reisenden war und ist stark eingeschränkt. Trotzdem: Die Tatsache, das Gewohnte, Vertraute verlassen zu können, die Schönheiten fremder Landschaften, den Zauber fremder Städte entdecken zu können, wiegt das meines Erachtens auf. Schon deswegen, weil man entdeckt: Es gibt nicht nur andere Sitten und Gebräuche, sondern andere Arten, das alltägliche Leben zu gestalten, eine Entdeckung, die nicht nur den Horizont weitet, sondern auch zu mehr Toleranz führt. Der so geweitete Horizont führt eben auch zu einem anderen Blick auf das Gewohnte, lässt den Wert des Vertrauten neu entdecken oder Altgewohntes infrage stellen, kehrt man nach Hause zurück.


 
Im Religionsunterricht will der Lehrer von Andreas etwas über die Sakramente wissen. „Was sind die sichtbaren Zeichen beim Abendmahl?“ – „Brot und Wein“, meint darauf Andreas. „Prima, und was sind die sichtbaren Zeichen bei der Taufe?“ – „Kaffee und Kuchen?“
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