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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 24. August 2011 um 00:00 Uhr

Eine Symphonie in Blau und Gelb

So nannte Vincent van Gogh seine Serie der Sonnenblumen-Bilder, die er im August 1888 malte und ein Jahr später um drei weitere Bilder erweiterte.

Van Gogh - Sonnenblumen

Er schrieb damals an seinen Bruder Theo: „In der Hoffnung, dass ich mit Gauguin in unserem eigenen Atelier wohnen werde, will ich eine Reihe von Bildern dafür machen. Weiter nichts als lauter große Sonnenblumen. ...

Wenn ich also diesen Plan ausführe, wird es ein Dutzend Bilder geben. Das Ganze eine Symphonie in Blau und Gelb. Ich arbeite jeden Morgen von Sonnenaufgang an. Denn die Blumen verwelken schnell, und das Ganze muss in einem Zug gemalt werden." Vor einfachem, unspezifischem blauen Hintergrund malte van Gogh die gelben Blüten in derartiger Perfektion, dass sie gleichsam zu leuchten anfangen. Es ist diese Perfektion – neben dem abenteuerlichen und auch tragischen Leben des Malers – das die Bilder zu etwas Außergewöhnlichen, Einmaligen macht, das den Betrachter sie ehrfürchtig betrachten lässt.

Vincent van Gogh war kein religiöser Maler. Ein Theologiestudium brach er ab, als Hilfsprediger wurde er mehrmals von der Kirche abgelehnt, was zum Bruch mit dem Christentum führte. Dennoch – so glaube ich – können uns die Sonnenblumen etwas für unseren Glauben sagen: Aufmerksam auf Gottes Schöpfung zu schauen, selbst in etwas so scheinbar Trivialem wie Sonnenblumen Gottes schöpferische Liebe zu entdecken. Und sein Wirken und damit die Schöpfung zu achten und zu bewahren. Nicht als selbstverständlich hinzunehmen, sondern zu danken. Dankbar zu sein für die Sonnenblumen am Wegesrand wie für die große Kunst eines Vincent van Gogh.


 
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