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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 07. September 2011 um 00:00 Uhr

Minimal-Gemeinde

Jesus Christus spricht: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. (Matthäus 18,20)

Der Satz Jesu ist mittlerweile schon ein geflügeltes Wort in den Gemeinden, in denen am Sonntag nur eine Handvoll Gläubige in die Kirche gehen. Und genauso hat Jesus ihn auch gemeint.

2, oder 3, oder mehr...

Er sagt den Satz bei Matthäus im Zusammenhang einer kleinen Rede über die Wirklichkeit der christlichen Gemeinde. Er spricht vom Verzeihen, vom Zur-Rede-Stellen des Bruders und der Schwester, von den Gemeinsamkeiten im Himmel und auf Erden sowie von den zweien oder dreien, die in seinem Namen versammelt sind.

Jesus hatte keine Kathedralen vor Augen, in denen Tausende „Gloria" singen, sondern er sieht die viel größere Wahrscheinlichkeit kleiner Gruppen, die sich um sein Wort versammeln. Er sieht das, was wir heute häufig sehen und was vielen Anlass zu ständiger Klage ist.

Warum die Klage? Weil auch wir Kathedralen vor Augen haben? Kann sein. Aber dann werden wir auch leiden an den vielleicht viel zu hohen Ansprüchen. Auch eine kleine Gruppe von Zeugen sind Zeugen. Und je deutlicher sie in Wort und Tat ihren Glauben bezeugen, desto mehr wird dieser Glaube andere anstecken. Darum geht es doch. Es geht nicht zuerst um volle Kathedralen, es geht um das alltägliche Zeugnis, also um die alltägliche Hoffnung, dass er selbst mitten unter denen ist, die seine Worte und Taten in Liebe leben. Es geht darum, dass unsere kleinen Kirchen und Gemeindehäuser stets offen sind für die Handvoll Christinnen und Christen, die sich nicht selbst genügen, sondern Gott das Opfer ihrer Anbetung bringen. Es geht zutiefst darum, dass wir nicht auf die Unmöglichkeiten schauen und seufzen, wie klein die Herde angeblich geworden ist, sondern jede kleine Möglichkeit ergreifen, den Geist Jesu zu zeigen. Wo er ist, ist Kirche, Gemeinde, ist Hoffnung auf immer mehr Liebe. Und wenn es wirklich „nur" zwei oder drei sind, ist das schon viel mehr als keiner.


 
Gott ist so willig und bereit zu erhören, dass er, noch ehe sie rufen, schon die Wünsche des Herzens erhört. Ja, Gott hat es eiliger zu hören, als jene es haben zu rufen.
(Martin Luther)
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