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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 26. Oktober 2011 um 00:00 Uhr

Was bedeutet Freiheit?

eine Perspektive

Am 28. Oktober 1886 – vor 125 Jahren – wurde auf Liberty Island im New Yorker Hafen die Freiheitsstatue eingeweiht.

Freiheitsstatue

Für Hunderttausende von Menschen, die Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Amerika flüchteten, verkündete die Freiheitsstatue, dass sie das Ziel ihrer Reise – die ersehnte Freiheit – erreicht hatten.

Menschen, die vor wirtschaftlicher Not ebenso flohen wie vor politischer oder religiöser Verfolgung. So verschiedenartig die Gründe waren, aus denen Menschen damals nach Amerika auswanderten, so vielfältig ist heute das Verständnis von Freiheit. Manche fühlen sich schon durch ein Tempolimit oder Rauchverbote in Gaststätten in ihrer Freiheit eingeschränkt – Empfindungen, die Menschen, die aus politischen oder religiösen Gründen verfolgt werden, kaum nachvollziehen können. Noch einmal anders sehen Menschen die Freiheit, für die in der Sorge um das tägliche Leben auch Meinungs- oder Pressefreiheit Luxusgüter sind.

Was Freiheit für den Einzelnen bedeutet, ist immer auch eine Frage des Standpunkts und der Perspektive. Das verdeutlicht schon das Foto. Was Sie sehen, ist gar nicht die Freiheitsstatue von New York, sondern ihre fünfmal so kleine „Schwester", die auf einer künstlichen Insel in der Seine in Paris steht. Beim oberflächlichen Betrachten fällt es kaum auf, man muss um den eigenen Standpunkt wissen, um die eigene Definition der Freiheit einschätzen zu können. Und wer dann genauer hinschaut (bei der originalen Freiheitsstatue ist der Strahlenkranz am Kopf begehbar), erkennt auch, dass Freiheit für Menschen in anderen Lebenssituationen etwas ganz anderes bedeuten kann. Ist deshalb Freiheit völlig relativ? Ich glaube nicht, ich möchte nur sensibler sein beim Umgang mit der Freiheit, der eigenen und der anderer Menschen. Und ich bin der Kirche dankbar, dass sie mit der Freiheit immer auch die Gerechtigkeit und den Frieden mit in den Blick nimmt.

 

Quelle Foto: Tillmann


 
Die privaten Mächte der Wirtschaft wollen freie Bahn für ihre Eroberung großer Vermögen. Keine Gesetzgebung soll ihnen im Wege stehen. Sie wollen die Gesetze machen, in ihrem Interesse, und sie bedienen sich dazu eines selbstgeschaffenen Werkzeugs, der Demokratie, der bezahlten Partei. (Oswald Spengler)
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