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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 16. November 2011 um 00:00 Uhr

Ewigkeit

Auf den Spuren von ...

Warum besuchen viele Menschen – nicht nur im November – den Friedhof, die Gräber ihrer Angehörigen, Verwandten oder verstorbener Freunde?

Friedhof

Manchmal auch von Menschen, die sie nie persönlich kennengelernt haben – zum Beispiel das Grab von Jim Morrison auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise, das von Papst Johannes Paul II. im Petersdom oder die Stelle in der Wittenberger Schlosskirche, an der Martin Luther beerdigt liegt.

Man möchte – so glaube ich – den Menschen, die einem nahegestanden haben und die man immer noch liebt oder die man verehrt, nahe sein. Denn diese Menschen haben Spuren in einem hinterlassen. Spuren, denen man nachspüren möchte.

Das Grab kann dann zu einem „Erinnerungsanker" werden, die letzte Ruhestätte zu einem Hafen, an dem ich immer mal wieder für eine gewisse Zeit „anlege". Denn auch der Tod dieses Menschen hat vielleicht Spuren hinterlassen – Spuren, Wunden, die nicht heilen können. Trauer braucht wie die Erinnerung einen Ort.

Der Hintergrund dieser Spurensuche ist – so glaube ich – dass der Glaube Spuren hinterlassen hat, bei manchen vielleicht nur unbewusst. Oder besser gesagt: Dass die Hoffnung Spuren hinterlassen hat. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen, die Hoffnung, dass eben auch das Grab nur Zwischenstation ist. Ein Letztes noch: Die Spuren auf dem Friedhof, der Gang zum Grab geliebter oder verehrter Menschen erinnert mich daran, dass auch mein irdischer Weg zu Ende geht. Und weckt zugleich die Hoffnung, dass mein Lebensweg kein Ende kennen wird. Denn jeder und jede von uns hat Spuren hinterlassen bei Gott, die er lesen kann und die er zu einem guten Ende führen wird.

Wuelle Bild: G.Zinn


 
„Herr Doktor, ich brauche wieder Schlaftabletten, ich kann keine Nacht mehr durchschlafen“, fleht der Patient. „Kommt nicht in Frage“, entgegnet der Arzt, „davon werden Sie nur abhängig. Statt den Symptomen müssen wir endlich das Übel bekämpfen.“ – „Da werden Sie aber Schwierigkeiten mit meiner Frau bekommen“, meint darauf der Patient, „die hängt nämlich sehr an dem Kind.“
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