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Anmeldung
| Doppelkirche |
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| Geschrieben von: Gastautor | |||
| Mittwoch, den 25. Januar 2012 um 00:00 Uhr | |||
Doppelkircheein Glauben
Auf dem Bild sehen wir zwei Eingänge, getrennt von einem Gitter, das über die ganze Breite der Kirche verläuft. Der rechte Eingang führt in den katholischen Teil der Kirche, der linke Eingang in den evangelischen. Über beiden Türen und über dem Gitter hängt ein Abendmahlsbild. Ich möchte dieses Bild zum Anlass nehmen, über die verschiedenen Dimensionen des Miteinanders von evangelischen und katholischen (und auch orthodoxen) Christen nachzudenken. Die beiden Türen und das Gitter – sie stehen für mich für die Vergangenheit, für das Trennende in den fast fünfhundert Jahren „gemeinsamer" Kirchengeschichte seit der Reformation; in Stein gemauert. Die in der Gegenwart zurückgewonnene (oder wieder entdeckte) Gemeinschaft ist in dem Bild nicht zu sehen und wird auch in vielen Diskussionen über die Ökumene häufig übersehen oder klein geredet: Dass die Kirche überhaupt von beiden Konfessionen genutzt wird, ist – historisch betrachtet – keine Selbstverständlichkeit. Das einst trennende Gitter hat inzwischen ein immer geöffnetes Tor. Und – habe ich mir sagen lassen – wenn beide Gemeinden zum gemeinsamen Kirchenkonzert einladen, dann sollen die „evangelische" und die „katholische" Orgel zusammen ein wunderbares „Duett" spielen können. Doch es gibt auch noch die dritte Dimension. Für sie steht das Abendmahlsbild. Die Einheit, um die Jesus im Abendmahlssaal den Vater gebeten hat, sie ist noch nicht verwirklicht. Und das wird gerade an der fehlenden Eucharistiegemeinschaft für viele Menschen schmerzlich deutlich. In Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Ökumene werden für mich noch zwei weitere Ebenen deutlich: Die der Menschen und die Gottes. Menschliches Fehlverhalten führte zur Spaltung; das, was an Gemeinschaft wieder verwirklicht werden konnte, verdanken wir dem engagierten Ringen vieler Menschen und Gottes Hilfe. Die wirkliche, endgültige Einheit bleibt Geschenk Gottes. Das heißt nicht, die Hände in den Schoß zu legen, sondern im Gegenteil mutig voranzuschreiten im Vertrauen darauf, dass Gott auch durch menschliches Zaudern und Scheitern einen Weg finden wird.
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