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Geschrieben von: Gastautor   
Mittwoch, den 27. Mai 2009 um 00:00 Uhr

Muss man das Christentum verteidigen – und gegen wen?

Immer wieder schaffen Bücher den Platz unter die Bestseller, die das Ende der christlichen Religion oder der Religionen überhaupt zum Thema haben. Je nach Autor unterscheiden sich die Blickwinkel und Ansatzpunkte der Kritik. Die einen betonen die Gefährlichkeit von Religion, andere die Tatsache, dass die Wissenschaft Gott abgeschafft hätte oder dass es keiner Religion bedürfe, um Moral- und ethische Wertvorstellungen zu entwickeln. Nicht wenige Christen verunsichert diese Kritik. Der Philosoph Immanuel Kant hat im 16. Jahrhundert geklärt, dass sich das Dasein Gottes mit dem Verstand weder beweisen noch widerlegen lässt. Das Ringen mit dem Glauben ist damit aber keine unvernünftige oder sogar sinnlose Angelegenheit, sondern eine Aufgabe mit mehreren Ebenen. Eine Wahrheit, die vor Argumenten geschützt werden muss, ist keine Wahrheit, die auf Dauer Bestand haben könnte.

Christen brauchen keine Angst zu haben vor der Auseinandersetzung mit der Erkenntnis anderer Weltanschauungen, egal ob sie auf anderen Zeugnissen beruhen oder auf dem Wissen von Wissenschaften. Die redlich geführte Auseinandersetzung gehört genau so zur christlichen Existenz wie eine Glaubensbiografie mit Höhen und Tiefen. Sie kann den Glauben von allzu menschlichen Vorstellungen befreien. Der Glaube, der sich „nach“ dem redlichen Ringen der Vernunft auf Gott einlässt, ist ein anderer. Er weiß um die Abgründe der Hoffnungslosigkeit, aber er weiß auch von der Kraft der Erkenntnis durch das Denken. Niemand kann uns vor dem Zweifel schützen, der sich jederzeit in unsere Hoffnung drängen kann. Zur befreienden Wahrheit des Christentums gehört auch die Einsicht, dass es keine Frage der Schuld ist, wenn einem Menschen die Welt als absurdes Theater erscheint. Glauben bleibt glauben – auch wenn er vom Wissen bis zu diesem Glauben getragen worden ist.

 

Europa

 

Quelle Bilder: T.Plaßmann und kathbild.at


 

Wer mit Gott rechnet und auf ihn zählt, der weiß, was die Stunde geschlagen hat. Wer weiß, wem die letzte Stunde gehört, der braucht den nächsten Augenblick nicht zu fürchten.
(Peter Hahne)

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