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| vom Glauben reden II |
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| Geschrieben von: Gastautor | |||
| Mittwoch, den 17. Juni 2009 um 00:00 Uhr | |||
Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben. (Apostelgeschichte 4,20)![]() Ich muss ehrlich gestehen, so wie Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat in Jerusalem könnte ich diesen Satz nicht sagen. Auch nicht schreiben; egal ob per Brief, per E-Mail oder SMS. Am Ende eines Briefes zum Beispiel Gottes Segen zu wünschen, das schon, aber sonst …? Auch im Vieraugengespräch, im vertrauten Kreis, fällt mir ein Glaubensgespräch nicht schwer, aber sonst …? Ja, ich glaube an die Auferstehung Jesu, seinen Sieg über den Tod und mein Glaube ist mir wichtig und ich erlebe ihn in meinem Leben ermutigend und bereichernd, doch unaufgefordert – gerade in der Öffentlichkeit –, von ihm zu reden; davon, was er mir bedeutet, fällt mir schwer. Ich muss auch zugeben, dass ich oft in Gegenwart von Menschen, die genau dies tun, ein ungutes Gefühl habe – manchmal verbunden mit einem schlechten Gewissen. Neueste Ergebnisse der Missionsforschung helfen mir ein wenig: In den Anfängen der Kirche wurde der Glaube weniger durch große öffentliche Predigten weitergegeben, sondern vielmehr durch „Face-to-face-Kommunikation“, im Gespräch zwischen Freunden, Partnern. Der Ort der Bekehrung war nicht das Besondere (heute sagen wir der Event), sondern der Alltag. Anknüpfungspunkte der Glaubensweitergabe waren die Krisen und Herausforderungen des alltäglichen Lebens und die Art und Weise, wie Christen darauf reagierten, damit umgingen – mit Armut, mit Krankheit, mit Verfolgung, mit Tod. Damit umgingen mit Worten und mit Taten. Mit kleinen Gesten der Liebe, mit tatkräftiger Hilfe, mit Zeichen der Hoffnung. Und auch dabei zählt nicht nur das Aufsehenerregende; der Glaube wird mit kleiner Münze weitergegeben. Oder wie es der Gründer des Klosters Taizé, Roger Schutz, sagte: „Lebe, was du vom Evangelium verstanden hast. Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.“ Das kann ich und hoffe, dass das Wenige genug ist. Fällt es Ihnen schwer mit anderen Menschen über Ihren Glauben zu reden? - Scheu, etwas Lampenfieber, ungewisse Reaktion des Anderen? Ein kleiner Tipp: Verweisen Sie Ihr Gegenüber doch bei einer Verabschiedung einmal auf diese Webseite. "Schau da mal unter Glaubensleben..." Beim nächsten Treffen wird der andere wahrscheinlich ein paar Fragen haben. Und Fragen zu beantworten ist viel leichter als frei zu reden.
Quelle Bild: alphapress
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