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Geschrieben von: Gastautor   
Sonntag, den 07. Juni 2009 um 00:00 Uhr

Dreieinigkeit...

...oder auch Dreifaltigkeit, dieses Fest am ersten Sonntag nach Pfingsten feiern die Christen seit 1334. Damals wurde es von Papst Johannes XXII. eingeführt und Gottvater, Gottsohn und Gott Heiligem Geist gewidmet.

Trinitatis erinnert an die drei trinitarischen Glaubensbekenntnisse, das Apostolische, welches fast jeden Sonntag im Gottesdienst gesprochen wird, das Nizänische und das Athanasianische. Nun beginnt die lange Zeit ohne die "großen Feste".

Die Dreieinigkeit ist auch immer wieder Gegenstand der künstlerischen Darstellung:

Andrej Rubljew, Troica – Dreieinigkeit (um 1411)

Ikonen sind gemalte Frömmigkeit. Sie werden als „Fenster in die Ewigkeit“ bezeichnet, weil sie versuchen, dem göttlichen Geheimnis näherzukommen. Sie sind mir fremd und gleichzeitig üben sie eine eigentümliche Anziehungskraft aus. Der russische Malermönch Andrej Rubljew übernahm das Motiv seiner berühmten Ikone „Troica – Dreieinigkeit“ byzantinischen Vorbildern. Die Trinität wird hier nach dem Grundtyp „anglomorphe“ oder „alttestamentliche Dreieinigkeit“ dargestellt. Dieser Darstellungstyp geht auf die Geschichte von der Gastfreundschaft Abrahams (1. Mose 18) zurück. Abraham und Sarah werden von drei Engeln besucht, in denen man schon früh einen Hinweis auf die Trinität zu verstehen begann.

Als drei Engelgestalten also sitzen Vater, Sohn und Heiliger Geist in spannungsloser Harmonie beieinander. Sie sitzen an einem Tisch. Auf dem Tisch steht ein Gefäß als Zeichen der Gemeinschaft. Im Hintergrund sind ein Haus und ein Baum zu sehen. Sie sitzen also in irdischer Umgebung – nicht auf einer Wolke. Und doch: ein wenig abgehoben wirken die drei. Haben sie überhaupt Bodenhaftung oder schweben sie? Ich kann es nicht genau erkennen. Sie wirken entspannt bis müde. Auf jeden Fall: selbstgenügsam. Gott ist selbstgenügsam, weil er vollkommen ist. Es mangelt ihm an nichts. Gott braucht niemanden. Gott vereinigt alles in sich. Die drei göttlichen Personen sind aufeinander bezogen. Sie bilden eine unauflösliche harmonische Einheit.

Der selbstgenügsame Austausch der göttlichen Personen untereinander ist die eine Seite der Trinität. Die andere Wahrheit: der dreieinige Gott ist der zum Menschen kommende Gott. Die Dreiheit in der Einheit, das sind die drei verschiedenen Weisen, in denen sich der eine Gott dem Menschen zuwendet. Gott will mit uns Menschen in Beziehung treten. Er will für uns tätig werden. Gott will die Liebe in Schöpfung, Versöhnung und Erlösung zum Zuge kommen lassen: Der dreieinige Gott bleibt nicht im geselligen Austausch mit sich selbst am Tisch sitzen. Der dreieinige Gott ist der zum Menschen kommende Gott der Liebe.

 

 


 
Ich kann verstehen, dass ein Mensch zum Atheisten wird, wenn er auf die Erde hinunterschaut, aber wie jemand den Blick zum Himmel emporrichten und sagen kann, es gebe keinen Gott, ist mir unbegreiflich. (Abraham Lincoln)
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