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| Gedenktag der Augsburgischen Konfession |
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| Geschrieben von: Gastautor | |||
| Donnerstag, den 25. Juni 2009 um 00:00 Uhr | |||
Zum Gedenktag der Augsburgischen KonfessionIn der Stadtkirche zu Wittenberg befindet sich ein Epitaph-Bild vom Weinberg des Herrn, das Lukas Cranach der Jüngere (1515–1586) im Jahr 1569 für Paulus Eber (1511–1569) fertig stellte. Reges Arbeiten herrscht im Weinberg des Herrn. Alle sind emsig beschäftigt, hegen und pflegen den Garten – zumindest auf der rechten Bildhälfte. Hier sind die Reformatoren abgebildet, die nicht nur das Wort haben, sondern die zupacken und den Weinberg bestellen. Durch den Weinberg zieht sich ein Graben, der Graben der sich zwischen den Konfessionen auftut. Auf der linken Seite des Gartens vertrocknen die Weinstöcke. Die Priester und Mönche arbeiten vergeblich und statt den Weinberg zum Blühen zu bringen, holzen sie ihn ab und machen ein Feuer daraus, um sich selbst daran zu wärmen. In drastischen Szenen hat Lukas Cranach die Misswirtschaft auf dem „römischen Boden“ gezeichnet. Dennoch bleibt es trotz des Grabens der eine Weinberg des Herrn. Wo mögen wohl heute die Gräben verlaufen und wo vertrocknen die Pflanzen Gottes im eigenen Garten, weil sie weder mit Wasser versorgt, noch vor Wildwuchs bewahrt werden? Der Mann mit der großen Harke, der Mann fürs Grobe, ist Martin Luther (1483–1546) höchstpersönlich. Er macht den Weg frei und harkt das Unkraut und die Steine zusammen. Johannes Bugenhagen (1485–1558) schafft Ordnung mit der Hacke. Er war es, der dem jungen evangelischen Glauben zu neuen Kirchenordnungen verhalf. „Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle“ (Psalm 65,10). Und so schöpft der Reformator Philipp Melanchthon (1497–1560) aus dem Vollen. Aus den Urtexten der Bibel zu schöpfen, war sein Werk. So arbeiten recht die Arbeiter im Weinberg. Schade, dass keine Frauen mit auf dem Bild sind. Reformation ist keine Männersache. Um nicht gleich Luthers Frau Käthe zu bemühen, sei stellvertretend Walpurga Bugenhagen erwähnt, die am 13. Oktober 1522 als eine der ersten Wittenberger Frauen den Mut und die Risikobereitschaft aufbrachte, die „Priesterehe“ mit ihrem Mann Johannes einzugehen. Trotz der harten und ernsthaften Arbeit im Weinberg und der ganzen Polemik im Bild gegenüber der römischen Kirche, gibt es eine humorvolle Grenzüberschreitung. Oben im Bild befinden sich die Mistträger. Sie sind namenlos. Aber sie sind die einzigen, die über den Graben gehen. Sie nehmen den Mist von der einen Seite mit zur anderen, um ihn dort als Dünger an die Pflanzen zu legen. Der Mist wird zum Dünger. Das Verbrauchte, ja das Misslungene, wird zum Nährboden, aus dem eine starke Pflanze erwächst, die gute Trauben trägt. Und wo stehen wir? Als Betrachter davor, oder treten wir ein in dieses Bild und in den Weinberg des Herrn als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter? Auch wenn wir nicht an die großen Namen der Reformatoren heranreichen – den namenlosen Mistträgern könnten wir unsere Namen geben und Grenzgänger sein, von dem, was nicht mehr trägt, hin zu den sprudelnden Quellen des Lebens. ![]() Christian Beyer verliest vor Kaiser Karl V. die „Confessio Augustana" am 25. Juni 1530 auf dem Augsburger Reichstag.
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