Glockenbaustelle IV

Geschrieben von Sören Wittstock am .

Glockenbaustelle - Teil 4

Glockenhub in Lößnitz

Freitag, 21. Oktober 2011 wurde ein neues, markantes Datum für Lößnitz. An diesem Freitag wurden die drei alten Eisenhartgussglocken vom Turm der St. Johanniskirche gehoben.

Glockenhub in Lößnitz

Eis bedeckte Straßen, Häuser und Autos an diesem Morgen, Nebel hüllte den Turm der Kirche ein. Halb neun war als Termin für den Kraneinsatz ausgemacht.

Die Arbeiten begannen pünktlich mit einem weiteren Materialtransport hinauf in die Glockenstube. Schon am Vortag wurde die große Glocke abgesenkt und vorn an die Brüstung des Turmes gebracht. Die kleine Glocke stand dahinter bereit.

Alles wartete auf den Kran. Um auch bis in die Glockenstube hineinreichen zu können, wurde das vordere Trägersegment des Autokrans angekippt und statt des Flaschenzuges die Traverse montiert. Ohne die Flasche des Flaschenzuges nimmt der Kran selbst einfach weniger Platz weg.

Vor der Kirche und im Turm positionierten sich die Fotografen und Kameraleute - "Nur alles drauf haben, wir tauschen uns hinterher aus." Fünf Minuten nach 10 Uhr dirigierte Gunar Zerfaß, der Monteur der Glockengießerei Perner, den Kranführer per Funk in die Glockenstube. Langsam bewegte sich der gewaltige Stahlträger des Krans durch die Öffnung des Turmes über die große Glocke.

Mit wenigen Handgriffen hingen die Gurte der Glocke im Schäkel des Krans. Ein Kommando per Funk "Teleskop ausfahren." und die Glocke hob sich ein wenig schaukelnd von den beiden Balken, auf denen sie die Nacht verbrachte. Noch ein paar wenige Handgriffe, den Schäkel des Seilzugs ab und die Glocke hing frei am Kran.

Acht Minuten nach 10 Uhr nahm Christoph Seidel ein Stück Eisen, holte aus und schlug die Glocke zum letzten Mal an. Ein letztes Mal erklang das Tiefe Des mit dem silbrigen Nachklang über Lößnitz.

Dann richtete sich der Kran auf und schwenkte die Glocke langsam aus dem Turm. Ein wenig drehte er sich zur Seite und senkte sich nach unten.

Oben im Turm herrschte wieder Betriebsamkeit, denn lange würde der Kran nicht brauchen. Die kleine Glocke musste vor an die Brüstung um als nächstes abgeholt zu werden. Als sie vorn war wurde dann die mittlere Glocke von der Seite in die Mitte gehoben. Nachdem die kleine Glocke ihre Reise in Richtung Boden angetreten hatte kam auch die Mittlere Glocke vor an den Abgrund und wurde vom Kran abgeholt. Für den Kranführer war oben im Turm alles ein Blindflug. Über das Funkgerät verbunden konnte er nur auf Anweisung arbeiten.

Nach den Glocken hob der Kran noch das gekröpfte Joch der großen Glocke herunter, danach noch Balken und Werkzeug.

Für den Monteur der Firma Perner war nach einem kleinen Erinnerungsfoto der Einsatz vorbei. Ein Glockenstuhlumbau an einem neunstimmigen Geläut wird sein nächster Auftrag sein.

Abschiedsfoto neben der großen Glocke

Für andere war noch mehr zu tun. Die alten Glocken werden auf dem Friedhof abgestellt. Die Einfassung ist schon vorbereitet. Am Nachmittag fanden die beiden kleinen Glocken ihre letzte Ruhestätte neben der Hospitalkirche. Die Große Glocke steht heute Nacht noch an der St. Johanniskirche und folgt am Samstag Morgen den kleinen Geschwistern.

Vielen Dank allen Helfern im Turm und darum. Besonderer Dank gebührt den fleißigen, ehrenamtlichen Bauarbeitern die auf dem Turm die Umbauten für den Glockenhub vornahmen.

Die Bilder vom Glockenhub:

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Nachtrag

Am Samstag, dem 22. Oktober 2011 kam auch die große Glocke auf den Friedhof. Das Abstellen der Glocke bereitete noch einmal kleinere Probleme. Die Spindel, an der die Glocke hängt, soll wiederverwendet werden. Also wurde die Glocke kurzerhand an zwei Drahtseile gehängt und dann auf ihrer neuen Einfassung abgesetzt.

Die Bilder vom Samstag:

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Quelle Bilder 15,21,22,36 der Bildergalerie: Manuel Arnold


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Christenlehre in Lößnitz Kl. 5/6 - 14. Dezember - 15:15 Uhr
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Christvesper in Affalter - 24. Dezember - 15:30 Uhr
Christvesper mit Krippenspiel in Lößnitz - 24. Dezember - 16:00 Uhr
Christvesper mit Krippenspiel in Alberoda - 24. Dezember - 16:30 Uhr