Weltglockengeläut 2012

Geschrieben von Sören Wittstock am .

Lößnitzer Bronzeglockenspiel weltweit

Weltstadt kommt zu Weltruhm

Wie unlängst die Lokalzeitung erwähnte, haben Köln, Helsinki, Jerusalem und Lößnitz nicht viel gemeinsam. Außer die Glocken.

Apoldaer Weltglockengeläut 2012

Alle am Apoldaer Weltglockengeläut beteiligten Glocken wurden nach der gleichen, nämlich der aus Apolda stammenden Schillingschen Rippe gegossen.

Der "Decke Pitter" in Köln ist die größte freischwingende Glocke der Welt. Sie markiert im Weltglockengeläut den Westen. Das Bronzeglockenspiel in der Kallion Kirkko in Helsinki symbolisiert den Norden. Für den Süden steht das Geläut der Himmelfahrtskirche in Jerusalem. Für den Osten spielte Kantor Jens Staude das Lößnitzer Bronzeglockenspiel.

Glockengießerei in ApoldaSo voll wie heute wird die Kirche sonst nur an Weihnachten. Die Menschen drängten sich bis auf die dritte Empore hinauf und reckten die Hälse um einen Blick auf die riesige Leinwand erhaschen zu können. Dort waren die Videoübertragungen vom Turm der Kirche und der LiveStream aus Apolda zu sehen. Sechs Kameras waren in der Kirche verteilt und filmten den Kantor in der Spielstube, Christina, Johann und Saskia Staude neben den Läuteglocken, Heiko Brosig an der Orgel und das Blechbläserensemble Lutz Hildebrand e.V. auf dem Altarplatz.

Eröffnet wurde das Konzert in Lößnitz mit der Jubiläumsintrade, die Kantor Staude anlässlich des Jubiläums des Lößnitzer Bronzeglockenspiels komponiert hatte.

Zwischendurch setzte die Liveübertragung aus Apolda leider mehrfach aus. Wie Peter Oesterreich, der Vorsitzende des Vereins Lößnitzer Bronzeglockenspiel e.V. ausführte, werde in solch einem Fall spontan auf die lokalen Musiker zurückgegriffen. Anstatt eine Pause vor der großen Weltpremiere zu haben lief Kantor Staude los, besorgte sich Noten und spielte spontan ein Orgelkonzert, um die Zeit zu überbrücken. Das gewaltige Brausen der Jehmlich-Orgel bildete dann die Überleitung zur Weltpremiere "Lößnitzer Glockenspiele", eine Suite für Glockenspiel, Läuteglocken und Bläser in drei Sätzen. Eigens für das Weltglockengeläut hatte er sie komponiert. Angeschlagen wurden die Läuteglocken von seiner Frau Christina Staude (Gebetsglocke), seinem Sohn Johann Staude (Sterbeglocke) und seiner Tochter Saskia Staude (Taufglocke).

Ein Konzert wäre kein musikalischer Wettstreit, wenn man nicht miteinander in der hohen Kunst der Musik wettstreiten würde. So folgten der Suite von Kantor Jens Staude die Liedbearbeitung "Verleih uns Frieden gnädiglich", geschrieben von seiner Frau Christina Staude, ebenfalls für Läuteglocken, Glockenspiel und Bläser.

Es folgten die Übertragungen aus den anderen Veranstaltungsorten.

Ein Hauch von Weltruhm lag an diesem Abend über unserer kleinen Stadt im Erzgebirge, die nun doch Weltstadt ist. Köln, Helsinki, Jerusalem und Lößnitz können wir nun mit Fug und Recht in einem Atemzug nennen. Wir gehen nach dem heutigen Konzert in unserer Weltstadt als Weltbürger mit einem Lächeln und einem Wort des Dankes auf den Lippen zur Ruhe.

Die Bilder des Abends:

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Video aus Lößnitz

Nach langem Warten ist es nun endlich auch bei uns zu sehen: das Video des Lößnitzer Beitrages zum Apoldaer Weltglockengeläut.

Sehen Sie noch einmal die Bläser, Glockenspiel und Läuteglocken.

Das vierte Apoldaer Weltglockengeläut brachte das älteste, funktionstüchtige und original erhaltene Carillon Deutschlands weltweit auf die Bildschirme.

Das Video in HD:

Das Video in etwas reduzierter Qualität:

Vielen Dank den Unterstützern und Veranstaltern des Apoldaer Weltglockengeläuts.
Vielen Dank den Mitgliedern des Vereins Lößnitzer Bronzeglockenspiel e.V. für die Erhaltung und Pflege des ältesten, original erhaltenen Bronzeglockenspiel Deutschlands.
Vielen Dank den Mitarbeitern der Stadtverwaltung.
Vielen Dank den Gästen in unserer St.Johanniskirche und weltweit an den Bildschirmen.