Kirche Lößnitz - Affalter informiert: Neue Glocken Neue Glocken für Lößnitz Die Geschichte der Glocken - Teil I
Die Geschichte der Glocken - Teil I Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gastautor   
Freitag, den 07. Mai 2010 um 00:00 Uhr
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Glockengeschichte - Teil I

Ein einzigartiges Instrument

Es gibt wohl kaum ein Musikinstrument, was die Menschen von jeher derart faszinierte wie die Glocke. Seit Jahrtausenden fesseln derartige Klangkörper die menschliche Seele. Sie sind kaum mehr aus unserem Alltag zu lösen. Unzählige Dichter haben über Glocken geschrieben, viele Lieder besingen sie. Von Kindheit an begleiten sie uns und läuten auf unserem letzten Weg.

Woher kommt aber die Glocke? Wozu gibt es sie? Was bedeutet ihr Lied?

Die große Glocke der Lößnitzer St. Johanniskirche

Schlagen wir in alten Schriften nach und beschäftigen uns mit der Entstehung der Glocken, so müssen wir immer wieder erkennen, dass die Glocke nie erfunden worden ist.

Weder in Akten früherer Zeit noch in moderneren Veröffentlichungen kann man exakte Angaben mit einer Jahreszahl belegen. Fakt ist jedoch, dass bei den meisten Völkern unserer Erde in früher Zeit akustische Zeichen Verwendung fanden. Kultische Zusammenkünfte wurden mit hörbaren Klopf- oder Schlaggegenständen angekündigt.

In der asiatischen Welt wurden mit Erkennung und Nutzung von Metallen aus diesem Material erste Klangkörper gefertigt. Und es ist schon erstaunlich, dass man dies bereits auf die Zeit um 3000 vor Christus datieren kann.
Kleine Schellen und Glöckchen an Gewändern oder Fußgelenken befestigt, wurden von Tempeldiendern und -tänzerinnen bei kultischen Handlungen getragen. Griechen und Römer nutzten sie als Schmuck. Allerdings waren diese Exemplare von nur geringer Größe.

Besonders in Bergregionen trug und trägt das Weidevieh Glocken. Ursprünglich wurden damit Raubtiere vom Vieh ferngehalten. Aus dem Grund waren auch die Pferde, besonders im Winter mit Glocken und Schellen versehen. Das Raubwild blieb somit auch den Pferdeschlitten fern.

Daraus folgte die Meinung, Glocken würden alles Böse fernhalten, auch böse Geister und Dämonen. Denn den Glocken sprach man die Macht zu, durch ihre eherne Stimme den Fluch böser Dämonen zu bannen.

Eine Kuhglocke.

Wenn man heute, wie es noch in verschiedenen Gebirgen zum Teil üblich ist, den Tieren Glocken umhängt, hat das andere Gründe. Zum einen wird damit eine alte Tradition aufrechterhalten, zum anderen wird mit Glocken angezeigt, wo ein verschwundenes, vielleicht verletztes Tier zu finden ist.
Mit kleinen Hand- oder Hängeglocken wurden auch Markttage angekündigt. Der Ausbruch von Feuer oder die Gefahr eines nahenden Hochwassers konnte so ebenfalls akustisch angezeigt werden.

Benedikt von Nursia - Ordensvater der BenediktinerDie Glocke kam also zunächst sowohl für kultische als auch für Signalzwecke zum Einsatz.

Ihre Ausmaße waren eher von geringer Größe. Auch waren sie zunächst meist aus Eisenblech, welches gebogen und zusammengefügt wurde.

Die Frage, wann und in welcher Region gegossene Glocken erstmals eingesetzt wurden, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Auch wann und wo sie erstmals für den christlichen Dienst Verwendung fanden ist nicht nachweisbar. Die Meinungen hierüber gehen teilweise weit auseinander. Vermutlich war der Einsatz christlicher Glocken in allen christlichen Regionen zeitgleich.

Erwiesen ist, dass um das Jahr 300, nämlich während der Regierungszeit Kaiser Konstantins, die Glocke im Römischen Reich bereits verbreitet war.
Durch Benediktinermönche mit dem Leitspruch „AD MAIOREM DEI GLORIAM“ - „Zum größeren Ruhme Gottes“ fand die Glocke im 6. Jahrhundert eine schnelle Verbreitung. Mit der Zeit wurden größere Glocken gegossen. Auch Klangqualität, Form und Gestaltung nahmen einen höheren Stellenwert ein. Wir kennen seit dem frühen Mittelalter vier gravierende Glockenformen. Davon hat sich die „Gotische Rippe“, die wir als meistverbreitete Form kennen, über Jahrhunderte hinweg bewährt und durchgesetzt.

 

G. Schlesinger
Schwarzenberger Türmer und Glockensachverständiger 

 

Die Glockengeschichte wird fortgesetzt.
Lesen Sie mehr im zweiten Teil.


 
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