| Der Glockengießer |
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| Geschrieben von: Gastautor | |||
| Freitag, den 23. Juli 2010 um 00:00 Uhr | |||
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GlockengießerEin besonderer MetallgießerUnter den Metallgießern nimmt von alters her der Glockengießer eine ganz besondere Stelle ein. Es hat im Laufe vieler Jahrhunderte zahlreiche namhafte Meister dieses Kunsthandwerkes gegeben. Manche unter ihnen, haben sich mit dem Guss ihrer Glocken ein ewiges Denkmal geschaffen. Leider sind in Kriegszeiten wertvolle Glocken vernichtet worden, und damit ging unwiederbringliches Kulturerbe für immer verloren. Zum einen wurden Glocken für die Rüstungsindustrie beschlagnahmt und eingeschmolzen. Zum anderen fielen unzählige Glocken immer wieder der Zerstörung und Bombardierung von Städten und Dörfern zum Opfer.
Mit dem Guss der Gloriosa des Erfurter Domes wurde der holländische Glockengießermeister Gerhardt van Wou aus Kampen weltberühmt. Ihm gelang dieses Meisterwerk im Jahr 1497, nachdem der Guss anderen Glockengießern zuvor mehrfach misslungen war. Die Erfurter Gloriosa mit ihrem Gewicht von 227 Zentnern gilt als die Königin der Glocken weltweit. Sie ist die größte und bedeutendste mittelalterliche Glocke. Auch wenn es heute längst weitaus größere Exemplare gibt, wird sie die Königin unter ihren Schwestern bleiben. In Thüringen und Sachsen waren viele bekannte Glockengießerfamilien ansässig. Ob Hilliger oder Große, ob Ulrich oder Schilling, um nur einige wenige zu nennen, alle waren Meister ihres Faches. Und noch heute kann man sich beim Läuten ihrer wenigen noch vorhandenen Glocken von der hohen Qualität überzeugen. Da die Glockengießer nicht ausschließlich vom Guss der Glocken leben konnten, waren sie oftmals zusätzlich Stückgießer. Auch das Gießen von Kanonen ist in vielen Fällen bezeugt. Eine besonders schicksalhafte Geschichte nahm dabei die einst im vogtländischen Reichenbach ansässige Glockengießerei Mark ein. Aufgrund fehlender Aufträge goss die Firma für das dem Sachsenland feindlich gesinnte napoleonische Frankreich Kanonen. Daraufhin wurde die Glockengießerfamilie des sächsischen Landes verwiesen und hatte die Möglichkeit sich in der damals französischen Eifel niederzulassen. Noch heute ist die bekannte Eifeler Glockengießerei Mark, wenn auch seit Generationen nicht mehr in Sachsen ansässig, ihrer alten Heimat sehr verbunden. Immer wieder wurden Glocken zu Kanonen umgegossen und nach den Kriegen wiederum aus den Kanonen Glocken. Die Glocke einer Kirche trägt die Inschrift - auf der Vorderseite:
- und auf der Rückseite:
Stahlglocken
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Glücklicherweise sind uns aber noch einige wertvolle Zeugen aus längst vergangener Zeit erhalten geblieben.
für den Guss notwendigen Berechnungen der Glocken, nach denen dann in Morgenröthe gegossen wurde. Diese Glocken fertigte man in einer besonderen Legierung – Klanghartguss bzw. Klanghalbstahl.














